Rahmenbedingungen der Agrobiodiversität
Die bestehenden politisch-institutionellen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Agrobiodiversität neben den unmittelbar durchzuführenden konkreten Maßnahmen eine große Bedeutung. Es ist deshalb wichtig, geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen und vorhandene Hemmnisse abzubauen.
Grundsätzlich besteht für die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der Agrobiodiversität kein eigenständiger Politik- und damit auch kein in sich geschlossener Rechtsbereich. Da sie sowohl von der Agrar- und Handelspolitik als auch von verschiedenen anderen Politikbereichen wie z. B. der Umwelt- und Naturschutzpolitik, der Forschungspolitik und der Entwicklungszusammenarbeit beeinflusst wird, sind entsprechend auch die jeweiligen einschlägigen rechtlichen Rahmenbedingungen relevant.
Nationale Agrobiodiversitätsstrategie
Das BMELV hat 2007 die Agrobiodiversitätsstrategie "Agrobiodiversität erhalten, Potenziale der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft erschließen und nachhaltig nutzen" als Ergänzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie veröffentlicht.

Leitbild der Strategie ist es, die Agrobiodiversität als Grundlage für die Agrar- und Ernährungswirtschaft zu erhalten, das ihr innewohnende Potenzial in innovativer Weise zu erschließen und ihre Bestandteile nachhaltig zu nutzen.
Um dies zu erreichen, verfolgt die Strategie drei übergeordnete Ziele:
- Erhaltungsinfrastruktur sichern und ausbauen,
- Nutzungssysteme weiter entwickeln und
- die internationale Zusammenarbeit verstärken.
Die Strategie beschreibt sektorbezogen und sektorübergreifend Ausgangslage, Handlungsbedarf und identifiziert notwendige Maßnahmen. Sie bildet die Grundlage für einen zu entwickelnden Aktionsplan. Die Agrobiodiversitätsstrategie bildet gleichzeitig einen kohärenten Rahmen für die sektoralen Nationalen Fachprogramme:
Nationales Fachprogramm pflanzengenetische Ressourcen
Nationales Fachprogramm tiergenetische Ressourcen
Nationales Fachprogramm forstgenetische Ressourcen
Nationales Fachprogramm aquatische genetische Ressourcen
Die Umsetzung der Strategie und der Nationalen Fachprogramme ist nur unter Beteiligung einer Vielzahl von Experten und Institutionen aus Praxis, Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und der interessierten Öffentlichkeit möglich.
Beirat für Biodiversität und genetische Ressourcen
Der "Wissenschaftliche Beirat für Biodiversität und Genetische Ressourcen" wurde im November 2003 beim BMELV aus Vertretern unterschiedlicher Wissensfelder eingerichtet. Seine Aufgabe ist es, das Ministerium in allgemeinen und grundsätzlichen Fragen der Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der Agrobiodiversität sowie bei entsprechenden Maßnahmen zu beraten. Durch die Einbindung der Vorsitzenden der Fachgremien zu den nationalen Fachprogrammen (Pflanze, Tier, Forst und aquatische genetische Ressourcen) ist der Beirat personell mit diesen verzahnt, was neben dem gegenseitigen Informationsaustausch auch eine sektorübergreifende Zusammenarbeit der Beratungsgremien in den einzelnen Nationalen Fachprogrammen für Genetische Ressourcen ermöglicht. Der Wissenschaftliche Beirat für Biodiversität und Genetische Ressourcen unterhält ein Internetangebot mit weiteren Informationen zum Beirat und den von ihm behandelten Themen.


