Rahmenbedingungen des Ökologischen Landbaus im Hinblick auf die Agrobiodiversität

Die biologische Vielfalt auf Ebene der Lebensräume, der Arten und auch innerhalb der Arten, also der Sorten und Rassen, leistet einen wesentlichen Beitrag zum hohen Selbstregulationsvermögen funktionierender, intakter Agrarökosysteme, worauf der Ökologische Landbau ganz besonders angewiesen ist, da hier - bis auf wenige Ausnahmen - auf chemisch-synthetische Produktionsmittel verzichtet wird.
Bodenfruchtbarkeit und ein aktives Bodenleben sind für den natürlichen Nährstoffkreislauf im Boden und damit für die Nährstoffversorgung der Pflanzen und die Ertragsbildung im Ökologischen Landbau besonders wichtig, denn der Zukauf externer Betriebsmittel ist limitiert. Als generelles Prinzip liegt dem Ökologischen Landbau ein in sich geschlossener Betriebskreislauf zugrunde.
Die Anzahl und Vielfalt an Ackerwildkräutern geht bei intensiver Verwendung von Herbiziden und mineralischen Stickstoffdüngern zurück. Im Ökologischen Landbau begünstigen der gesetzlich vorgeschriebene Verzicht auf chemisch-synthetische Herbizide und das Anwendungsverbot mineralischer Stickstoffdünger die Vielfalt der Ackerwildkräuter in der Fläche. Eine intensive mechanische Bodenbearbeitung zur Bekämpfung der Ackerwildkräuter kann auch im Ökologischen Landbau zu einer geringen Dichte der Ackerwildkräuter in der Fläche führen.

Der im Ökologischen Landbau vorgeschriebene Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide trägt indirekt zur Erhaltung der Fruchtarten- und Sortenvielfalt und der Vielfalt an Nützlingen bei. So werden zur Erhaltung der Pflanzengesundheit als prophylaktische Maßnahmen beispielsweise weite Fruchtfolgen und die Auswahl geeigneter Arten und Sorten, die gegen Schädlinge und Krankheiten resistent sind, aber auch Maßnahmen zum Schutz von Nützlingen zur natürlichen Schädlingsregulation vorgeschrieben (EG-VO Nr. 834/2007).
Ökologisch bewirtschaftete Flächen mit einem „gesunden“ Maß an Ackerwildkräutern - nicht selten „Rote Liste Arten“ - sowie Hecken und Feldsäume bieten Lebensraum für eine Vielfalt an Feldvögeln und Insekten. Der Erhalt und ggf. der Neuaufbau von Strukturelementen in der Agrarlandschaft ist beispielsweise in den Richtlinien des Anbauverbandes Naturland verpflichtend festgeschrieben [7].
Die Wahl geeigneter Rassen und Linien ist in der tierischen Erzeugung und Aquakultur eine Maßnahme zur Gesunderhaltung der Tiere – natürlich neben geeigneten Besatzdichten und Haltungsbedingungen (EG-VO Nr. 834/2007). Ein breites Spektrum an Rassen bzw. Linien ist hierfür die Voraussetzung.
