Maßnahmen zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung forstlicher Genressourcen
Bei der Bewirtschaftung der Wälder sollen die Grundsätze und Notwendigkeiten der Erhaltung forstlicher Genressourcen berücksichtigt werden. Darüber hinaus sind zur Erhaltung spezielle Maßnahmen notwendig.

- Sämlinge der Rot-Buche, © A. Uhlmann
Die wichtigsten Maßnahmen zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der forstlichen Genressourcen sind:
- Erfassung und Evaluierung vorhandener forstlicher genetischer Ressourcen (Inventuren, phänologische und genetische Charakterisierung)
- In-situ-Maßnahmen
- (Naturverjüngung, Erhaltung von Beständen und Einzelbäumen, Saat und Pflanzung im Wald)
- Ex-situ-Maßnahmen
- (Generhaltungssamenplantagen, Klonsammlungen, Saatgut- und Pollenlagerung, generative und vegetative Vermehrung)
- Erhaltung im Rahmen der Nutzung
- (Verjüngung, Bestandespflege, Holzernte)
- Gemeinsame Forschungsprojekte.
Im Rahmen der multifunktionalen Forstwirtschaft erfolgt die nachhaltige Nutzung forstlicher Genressourcen zur Erbringung der Nutz-, Schutz- und Erholungsleistung des Waldes. Neben dem Standort und der waldbaulichen Behandlung bildet eine möglichst hohe biologische Vielfalt der Wälder eine entscheidende Grundlage für ihre Leistungsfähigkeit. Vor allem genetische Anpassungsfähigkeit und Angepasstheit gewährleisten eine für alle Nutzungen notwendige Stabilität der Wälder, insbesondere sichern sie das Reaktionsvermögen der Wälder durch Resistenz gegen biotische und abiotische Schadfaktoren. Aus dem sich vollziehenden Klimawandel ergeben sich dabei erhöhte Anforderungen.
Die biologische Vielfalt in Form der Vielfalt der Arten sowie der Vielfalt innerhalb der Arten, d. h. Vielfalt unterschiedlicher Populationen und der genetischen Vielfalt innerhalb der Populationen, hat Einfluss auf ein breites Spektrum von Nutzungen in der Forstwirtschaft
- Auswahl geeigneter Arten und Herkünfte zur Holzproduktion und für andere Waldprodukte
- Saatgutproduktion und Wildlingswerbung zur Produktion von herkunftsgesichertem, genetisch vielfältigen und qualitativ hochwertigen Vermehrungsgut
- Arterhaltung bei seltenen Arten und gefährdeten Populationen forstlicher Gehölze
- Förderung der Schutz- und Erholungsleistungen des Waldes
- Forstpflanzenzüchtung
- Vorsorge für potenzielle Nutzung in der Zukunft.


