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Gefährdung der Agrobiodiversität

Agrobiodiversität ist das Ergebnis einer 10.000 Jahre andauernden Zucht- und Auslesearbeit durch den Menschen und wichtige Grundlage der Nahrungsmittelproduktion weltweit. Wesentliche Bestandteile dieser Vielfalt drohen derzeit in wenigen Jahrzehnten verloren zu gehen.

Das Coburger Fuchsschaf, eine gefährdete Rasse
© BLE

Die genetische Vielfalt in der Landwirtschaft in Form der genutzten Tierrassen und Pflanzensorten nimmt weltweit rapide ab. Die früher vorherrschende große regionale Vielfalt an Nutzpflanzenarten, -sorten und Nutztierrassen verringert sich im Zuge einer zunehmenden Industrialisierung der Landwirtschaft und als Folge von Konzentrationseffekten einer modernen Tier- und Pflanzenzucht. Wenige moderne, auf hohe Erträge gezüchtete Sorten und Rassen verdrängen die alten Kulturarten, Landsorten und -rassen.

So werden heute über 50 % der für die menschliche Ernährung weltweit benötigten Nahrungsenergie aus lediglich drei Pflanzenarten (Mais, Reis, Weizen) erzeugt. Laut der Welternährungsorganisation (FAO) sind 7.616 Tierrassen weltweit gemeldet, davon werden rund 20 % als gefährdet eingestuft, von über 30 % liegen keinerlei Bestandszahlen vor. In den vergangenen sechs Jahren ist im Durchschnitt pro Monat eine Rasse ausgestorben.

In Bereichen, in denen ausschließlich Wildformen genutzt werden, wie z. B. in der Küsten- und Hochseefischerei, ist eine genetische Einengung und Gefährdung von Beständen auf andere Ursachen, wie z. B. Überfischung oder bestimmte Fangtechniken zurückzuführen. Bei Forstpflanzen, Wildtieren und Fischen führen zudem schädliche Umweltveränderungen wie z .B. überhöhte Nähr- und Schadstoffeinträge, Verlust und Zerschneidung durch Siedlungs-, Straßen- und Wasserbaumaßnahmen zum Rückgang genetischer Vielfalt. In Deutschland sind aktuell rd. 40 % der wild lebenden Tierarten, ca. 30 % der Farn- und Blütenpflanzen und etwa 70 % der Lebensräume (Biotoptypen) gefährdet.

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