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Monitoring der Agrobiodiversität

Für eine effiziente Erhaltungsarbeit ist es wichtig, in regelmäßigen Abständen Zustand, Einflüsse und getroffene Maßnahmen bzgl. der biologischen Vielfalt zu erfassen und zu dokumentieren.

Schiff im Hafen
Die Walther Herwig III ist als Fischereiforschungsschiff am Monitoring der Fischbestände intensiv beteiligt
© BLE

Als Monitoring der Agrobiodiversität wird die regelmäßige Erfassung

  • des Zustands (state) der Agrobiodiversität,
  • der Einflüsse (pressure) auf die Agrobiodiversität und
  • der Maßnahmen (response) zu Gunsten der Agrobiodiversität

bezeichnet. Der Pressure-state-response-Ansatz ist das anerkannte Konzept zur Strukturierung von Umweltindikatorensystemen. Monitoring beruht nach diesem Ansatz auf einem Set aufeinander abgestimmter Indikatoren. Monitoring dient dabei dem Zweck,

  • Trends zu erkennen und abzubilden,
  • eine nachhaltige Politik zu unterstützen,
  • konkrete Ziele festzulegen und
  • den Erfolg von Maßnahmen zu überprüfen.

Verpflichtung zum Monitoring

Das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD) trat 1993 rechtsbindend für die Vertragsstaaten in Kraft. Damit wurden neben der Erhaltungsverantwortung für die Biodiversität auch Pflichten der Dokumentation und der regelmäßigen Berichtserstattung über die Fortschritte der Umsetzung der Konvention rechtlich bindend. Diese schließen auch die Agrobiodiversität ein. Besondere Relevanz für die pflanzengenetischen Ressourcen hat der "Internationale Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft", da er einen verbindlichen Rechtsrahmen darstellt. Der Internationale Vertrag trat 2004 in Kraft und beinhaltet Dokumentations- und Berichtspflichten der Unterzeichnerstaaten.

Indikatoren der Agrobiodiversität

Indikatoren sind die Instrumente des Monitorings. Ein Indikator dient der Quantifizierung und Vereinfachung von Phänomenen und soll helfen, komplexe Sachverhalte verständlich und darstellbar zu machen. Ein Indikator soll vor allen Dingen in der Lage sein, Veränderungen des Systems aufzuzeigen. Inzwischen gibt es Indikatoren für die verschiedensten Sachverhalte, wie wirtschaftliche oder soziale Entwicklungen und eben auch die Umweltindikatoren bzw. Indikatoren für nachhaltige Entwicklung. Biodiversität stellt aufgrund ihrer "namensgebenden" Diversität und der komplexen Zusammenhänge bei der Erhaltung und nachhaltigen Nutzung für ein Monitoring und die Entwicklung geeigneter Indikatoren eine Herausforderung dar. Bzgl. der Entwicklung geeigneter (Agro)biodiversitätsindikatoren besteht weiterhin dringender Handlungsbedarf.

Entwicklungen von Indikatoren

Biodiversitätsindikatoren werden auf internationaler Ebene im Wesentlichen von dem Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (CBD), dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Welternährungsorganisation (FAO) entwickelt. Auf gesamteuropäischer Ebene geschieht dies durch die Paneuropäische Strategie für biologische und landschaftliche Vielfalt (PEBLDS), auf EU-Ebene im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie, der Biodiversitätsstrategie mit ihren Aktionsplänen und als Begleitung der Umsetzung der Verordnung (EG) 1698/2005 des Rates über die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). National werden Nachhaltigkeits- und Agrarumweltindikatoren mit Bezug zur Biodiversität im Rahmen der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt, der Agrobiodiversitätsstrategie des BMELV sowie zur Begleitung der nationalen Umsetzung der ELER-Verordnung über die Entwicklung des ländlichen Raums eingesetzt.

Das Projekt "Streamlining European 2010 Biodiversity Indicators" (SEBI 2010) der Europäischen Umweltagentur (EEA) stellt das wichtigste Koordinationsprogramm europäischer Expertengruppen zur Entwicklung von Biodiversitätsindikatoren dar. Nach Beschluss der Konferenz zur Biodiversität in Malahide (Irland, 2004) ist es das Ziel, ein Indikatorenset zur Analyse und Berichterstattung des Fortschritts im Hinblick auf das europäische Ziel, den "Rückgang der Biodiversität bis 2010 zu stoppen", zu entwickeln.

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