Genetisches Monitoring bei forstlichen Genressourcen
Das genetische Monitoring verfolgt das Ziel, den Zustand und die Entwicklung genetischer Systeme anhand von Kriterien, Indikatoren und Verifikatoren zu erfassen. Es leistet damit einen essentiellen Beitrag zur Abschätzung und Bewertung der Wirkung von Einflussfaktoren auf das genetische System von Wäldern.

- Isoenzymmuster des Genortes PGI, Rot-Buche (l), Rot-Eiche (r)
© ASP Teisendorf
Von der zeitweiligen Expertengruppe "Genetisches Monitoring" der Bund-Länder-Arbeitsgruppe "Forstliche Genressourcen und Forstsaatgutrecht" ist das "Konzept zum genetischen Monitoring für Waldbaumarten in der Bundesrepublik Deutschland" erarbeitet worden.
Mit der Erfassung von Veränderungen des genetischen Systems, die erst in nachfolgenden Waldgenerationen auf übergeordneten Monitoringebenen sichtbar werden (z. B. Bestandesstruktur, Vitalität, Naturverjüngung), leistet das genetische Monitoring einen entscheidenden Beitrag als Frühwarnsystem für Ökosystemveränderungen.
Die Ergebnisse des genetischen Monitorings dienen der forstlichen Praxis, dem Naturschutz, der Politikberatung, der Wissenschaft sowie dem Informationsaustausch mit anderen Monitoring-Systemen. Mit diesem Monitoring werden Forderungen des Übereinkommens über die biologische Vielfalt erfüllt.
Das genetische Monitoring umfasst die periodische, stichpunktartige oder flächenweise Aufnahme genetischer Strukturen und Charakteristika des genetischen Systems (z. B. Populationsgröße, Blühverhalten, Sexualsystem). Kriterien populationsgenetischer Prozesse sollen hinsichtlich definierter Indikatoren durch Verifikatoren erfasst werden.
Das genetische Monitoring muss sowohl bewirtschaftete als auch unbewirtschaftete Wälder einbeziehen. Die Auswahl der Baumart erfolgt nach Nutz-, Existenz- und Indikatorwert.
Im Jahr 2008 wurden zwei Projekte abgeschlossen, die am Beispiel der Baumarten Rot-Buche (Fagus sylvatica) und Vogel-Kirsche (Prunus avium) erste wichtige Ergebnisse zur Erfassung der genetischen Struktur bedeutender Waldbäume herausgearbeitet haben. Damit wurden erste Schritte getan, das Konzept zum genetischen Monitoring anzuwenden und umzusetzen, wertvolle methodische Erfahrungen zu sammeln und Schlussfolgerungen für weiterführende Untersuchungen zu ziehen, sowohl für neu zu untersuchende Baumarten als auch für die Fortführung der Untersuchungen als Zeitreihen, um im Sinne des Monitorings Aussagen über genetische Veränderungen innerhalb und zwischen Populationen zu gewinnen.


