Internationale Aktivitäten zu forstlichen Genressourcen
Auf europäischer (EUFORGEN und EUFGIS) und internationaler (REFORGEN) Ebene gibt es eine intensive Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Erhaltung und Nutzung forstlicher genetischer Ressourcen.

- Blüten der Lärche (Larix spec.)
© A. Uhlmann
REFORGEN
REFORGEN ist das weltweite Informationssystem der FAO zu forstlichen genetischen Ressourcen. Es wurde 1993 initiiert.
Kernstück ist eine Datenbank mit aggregierten Daten zu Baumarten, die von den Ländern bereitgestellt werden.
Zu folgenden Kategorien sind Informationen vorhanden:
- Bedeutung,
- Herkunft,
- Gefährdung,
- In-situ-Erhaltungsmaßnahmen,
- Ex-situ-Erhaltungsmaßnahmen,
- Versuchen Untersuchungen
- reproduktives Material.
Ergänzt wird es um Angaben zu den verantwortlichen nationalen Institutionen.
Im Jahr 2000 waren Informationen zu 1.600 Baumarten, die von 146 Ländern gemeldet wurden, in der Datenbank enthalten. Das System ist unvollkommen entwickelt.
REFORGEN soll den Informationsaustausch zwischen den verantwortlichen nationalen Einrichtungen verbessern und die politische Entscheidungsfindung für Erhaltungsmaßnahmen forstlicher Genressourcen auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene unterstützen.
EUFORGEN
Das Europäische Programm für Forstliche Genetische Ressourcen EUFORGEN (European Forest Genetic Resources Programme) wurde im Oktober 1994 zwecks Umsetzung der Resolution Nr. 2 (Erhaltung forstlicher genetischer Ressourcen) der Ersten Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa (MCPFE), die 1990 in Straßburg abgehalten wurde, eingerichtet. Die Mitgliedstaaten (2004: 34 Staaten) arbeiten darin auf freiwilliger Basis zusammen, um die Erhaltung forstlicher genetischer Ressourcen in situ und ex situ zu fördern, Maßnahmen zu koordinieren, Ideen auszutauschen und Informationen zu verbreiten. EUFORGEN wird durch die Mitgliedstaaten finanziert und durch die Institution Bioversity International in Zusammenarbeit mit der Forstabteilung der FAO koordiniert. Internationale Aktivitäten werden zwischen den einzelnen Staaten abgestimmt. Die Aufsichtsfunktion liegt bei einem Steuerungs-Komitee, das sich aus den nationalen Koordinatoren zusammensetzt.
Gegenwärtig wird in vier Netzwerken zusammengearbeitet.
- Forstmanagement
- Koniferen
- bestandsbildende Laubbaumarten
- nicht bestandsbildende Laubbaumarten.
Für Deutschland fungiert in EUFORGEN als nationaler Koordinator Prof. Dr. B. Degen, Direktor des Institutes für Forstgenetik am Johann Heinrich von Thünen-Institut, Großhansdorf. Weitere Mitarbeiter des Institutes sind an den Aktivitäten der Netzwerke beteiligt.
EUFGIS
Das Europäische Informationssystem für forstgenetische Ressourcen EUFGIS (European Information System on Forest Genetic Resources) hat die Aufgabe, die Dokumentation forstgenetischer Ressourcen im paneuropäischen Raum zu verbessern. Es wird auf der Grundlage der EU-VO (870/2004) gefördert, begann im April 2007 und endet am 30. September 2010. Projektkoordinator ist Bioversity International, Rom. Weitere Projektteilnehmerländer sind Österreich, Dänemark, Frankreich, Slowakei, Slowenien und Großbritannien.
Ziel des Projektes ist der Aufbau eines webbasierten Informationssystems als Dokumenationsplattform für Nationale Inventare zu forstgenetischen Ressourcen (FGR). Damit soll die praktische Generhaltung und ein nachhaltiges Forstmanagement in Europa unterstützt werden.
Die spezifischen Ziele von EUFGIS sind:
- Ein webbasiertes, dauerhaftes Informationssystem zu schaffen, das als europäische Dokumentationsplattform für Nationale Inventare zu FGR fungiert.
- Ein Netzwerk der FGR-Inventare in 40 Ländern zu etablieren, um Daten an das Informationssystem zu liefern (national focal points - NFP).
- Minimalanforderungen an Generhaltungseinheiten und allgemeine Informationsstandards für diese Einheiten auf paneuropäischer Ebene zu entwickeln.
- In einer ersten Ausbaustufe die Bereitstellung von harmonisierten Daten über In-situ-Generhaltungseinheiten von 20 Baumarten in mindestens 80% der Länder innerhalb der gesamten europäischen Verbreitungsgebiete der jeweiligen Baumart.
Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit EUFORGEN (European Forest Genetic Resources Programme) realisiert.
Als NFP für Deutschland ist in Abstimmung mit dem BMELV, Referat 533 und dem Institut für Forstgenetik am Johann Heinrich von Thünen-Institut (nationaler EUFORGEN-Koordinator) das Informations- und Koordinationszentrum für Biologische Vielfalt (IBV) der BLE benannt worden.


