Erhaltung und nachhaltige Nutzung tiergenetischer Ressourcen

Grundsätzlich beinhaltet die Strategie zur Erhaltung genetischer Ressourcen die Anwendung von In-situ-/On farm- Maßnahmen sowie von Ex-situ-Methoden, insbesondere in Form von Haltung kleiner Tiergruppen in Zoos und Haustierparks und der so genannten Kryokonservierung. Mit der In-situ-/On farm-Erhaltung verbindet sich die auch über internationale Übereinkommen (CBD, FAO-Strategie) beschriebene "Nachhaltige Nutzung". In Deutschland sind hier v. a. die Züchter angesprochen. Ziel ist die Formulierung und Umsetzung von Zuchtprogrammen, die eine genetische Erhaltung als gleichberechtigte Aufgabe neben konventionellen züchterischen Zielen verfolgen. Für die Zucht vom Aussterben bedrohter Nutztierrassen wird Züchtern unter bestimmten Bedingungen im Rahmen von Förderprogrammen finanzielle Unterstützung gewährt.
Die Förderprogramme werden von den Bundesländern angeboten und umgesetzt. Teils nutzen sie ausschließlich eigene Fördermittel, teils die EG-Kofinanzierung im Rahmen der sog. ELER-Verordnung (EU VO 1698/05).
Mit inzwischen über 70 Arche-Höfen wird von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) seit 1995 erfolgreiche In-situ-/On-farm-Erhaltungsarbeit für gefährdete Rassen geleistet.
Die Ex-situ- Erhaltung tiergenetischer Ressourcen durch die Kryokonservierung, v. a. die Tiefkühllagerung von Sperma und Embryonen in entsprechenden Genbanken, wird derzeit vorrangig als Ergänzung der In-situ-Erhaltung durchgeführt. Auch aus Kostengründen sowie auf Grund seuchenhygienischer Überlegungen sollte die Kryokonservierung bei Zuchtpopulationen, die in einen definierten Gefährdungsstatus geraten, künftig die zuerst vorzusehende Erhaltungsmaßnahme darstellen.
