Gefährdung tiergenetischer Ressourcen
Zunehmende Globalisierung und Intensivierung der Landwirtschaft, der Tierhaltung und der Tierzüchtung bringen viele Rassen an den Rand der Existenz.

- Ausschnitt vom Deckblatt der Roten Liste der gefährdeten einheimischen Tierrassen in Deutschland, © BLE
Laut Welternährungsorganisation sind weltweit 7.616 Tierrassen erfasst oder gemeldet. Davon sind 1.491 Rassen, also etwa 20 % als gefährdet eingestuft. In den letzten sechs Jahren ist im Durchschnitt eine Rasse pro Monat ausgestorben. In Europa ist bereits etwa die Hälfte aller zu Beginn des 20. Jahrhunderts verbreiteten Tierrassen ausgestorben und damit unwiederbringlich verloren gegangen. Ein Drittel der verbleibenden 770 Rassen ist als stark bestandsgefährdet einzustufen.
Nach Angabe des Fachbeirats Tiergenetische Ressourcen sind in Deutschland von den 65 heimischen Rassen, die dem Tierzuchtrecht unterliegen, 54 Rassen (von fünf Arten) gefährdet.
Beim Huhn ist eine vollkommene Spezialisierung in Mast- und Legerichtung erfolgt. Insgesamt gibt es in der Geflügelzucht nur noch wenige wirtschaftlich genutzte Zuchtlinien.
Über den aktuellen Gefährdungsstatus der heimischen Nutztierrassen entscheidet regelmäßig der Fachbeirat Tiergenetische Ressourcen. Auf der Basis der in der Zentralen Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland (TGRDEU) gespeicherten Daten und Bestandszahlen zu allen Nutztierrassen in Deutschland erfolgt eine Einstufung in die Kategorien:
- phänotypische Erhaltungspopulation (PERH)
- Erhaltungspopulation (ERH)
- Beobachtungspopulation (BEO)
- nicht gefährdete Population (NG)
| Tierart | PERH | ERH | BEO | NG | gesamt |
| Pferd | 6 | 3 | 3 | 2 | 14 |
| Rind | 3 | 9 | 3 | 4 | 19 |
| Schwein | 1 | 3 | - | 2 | 6 |
| Schaf | 1 | 7 | 12 | 2 | 22 |
| Ziege | - | 1 | 2 | 1 | 4 |
| gesamt: | 11 | 23 | 20 | 11 | 65 |

