Monitoring tiergenetischer Ressourcen
Das Monitoring ist ein wichtiger Baustein, um Zustand und Entwicklung in Rassen und Populationen regelmäßig und aktuell zu beschreiben. Das Monitoring ist ein zentrales Ziel des Nationalen Fachprogramms.

- Gänse, © D. Menzler
Mit der Zentralen Dokumentation Tiergenetischer Ressourcen in Deutschland (TGRDEU) existiert ein umfassendes und komplettes Verzeichnis der in Deutschland gezüchteten Nutztierrassen der Arten Pferd, Rind, Schwein, Schaf, Ziege, des Geflügels und der Kaninchen sowie der die Zucht betreuenden anerkannten Züchtervereinigungen und Organisationen.
Die TGRDEU stellt auch die nationalen Daten im Bereich der Tierzucht der Bundesrepublik für internationale Datenbanken und Informationssysteme bereit. Hierzu zählen insbesondere das Domestic Animal Diversity Information System (DAD - IS) der Welternährungsorganisation und das European Farm Animal Biodiversity Information System (EFABIS) der Europäischen Vereinigung für Tierproduktion (EVT).
Die TGRDEU erlaubt ein erstes Monitoring über die Bestände und den populationsgenetischen Zustand der heimischen Nutztierrassen. Auf Basis der jährlich erhobenen Bestandszahlen wird bereits jetzt in vereinfachter Form die effektive Populationsgröße jeder Rasse ermittelt. Gemäß den Vorgaben des Nationalen Fachprogramms und unter Berücksichtigung zusätzlicher Argumente und Sachstände dient diese Informationslage dem Fachbeirat Tiergenetische Ressourcen dazu, die heimischen Rassen in Kategorien der Bestandsgefährdung einzuteilen.
Das künftige und auch im novellierten Tierzuchtgesetz von 2006 geforderte Monitoring sieht darüber hinaus eine Verfeinerung dieses Verfahrens vor. Auf der Basis von Einzeltierdaten soll unter wissenschaftlicher Begleitung ein regelmäßiges Populationsmonitoring vorgenommen werden, das exakte Auskünfte über die Entwicklung der genetischen Vielfalt auch innerhalb einer Rasse bzw. Population erlaubt, um wissenschaftlich begründete effektivere und zielgerichtete Maßnahmen rechtzeitig durchführen zu können.

