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Alte Kulturpflanzen: Neuer Saatgutkatalog erschienen! - [13.01.2009]

Teltower Rübchen und Scheibengurke, die Tomatensorten Ponderosa Pink oder Caroletta oder die Kartoffelsorten Schwarze Ungarin und Blaue Schweden - der pünktlich zur neuen Gartensaison erschienene Katalog des Vereins zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg e.V. (VERN) bietet alles andere als das übliche Einerlei. Und auch die Liebhaber alter und seltener Gartenblumen wie der Nachtviole und der Balsamine kommen auf ihre Kosten.

Schließlich hat sich der VERN den Erhalt der Vielfalt alter Kulturpflanzen zur Aufgabe gemacht. Auf etwa 3000 Quadratmetern wird in Greiffenberg in der Uckermark Jahr für Jahr eine Vielzahl fast vergessener Sorten vermehrt und so vor dem Aussterben bewahrt. Kostengünstig wird das Saatgut an private Haushalte abgegeben. Wer das Saatgut alter Kulturpflanzen bestellt, beteiligt sich aktiv an der Erhaltung der genetischen Vielfalt - direkt vor seiner Haustür. Ein Samentütchen kostet 2 Euro, für Mitglieder 1,50 Euro. Hinzu kommt eine Bearbeitungspauschale von einem Euro sowie die Versandkosten je nach Gewicht.

Das Katalogangebot ist auch im Internet zum Downloaden bereitgestellt. Dort finden sich auch weitere aktuelle Informationen zum Erhalt historischer Kulturpflanzen in Brandenburg (unter: /kataloguebersicht/sortenliste.htm).

Sobald die Erde draußen aufgetaut ist, kann es losgehen: Das Gartenjahr beginnt!

Die Letzten ihrer Art ...

Artikel von Katja Michel in "Der Tagesspiegel" vom 15.10.2006, Ressort Sonntag, S7:

"Die letzten ihrer Art"

5.000 verschiedene Kartoffelsorten gibt es auf der Welt, doch wir kennen nur eine Handvoll davon. Das ist mit fast allen Gemüsen so. Nun holen Bauern vergessene Geschmäcker in die Küche zurück…

zum Artikel

Tag der Agrobiodiversität - Tag der Vielfalt auf dem Teller - [27.09.06]

Am 30.09.06 ist Tag der Agrobiodiversität.

In tausenden von Jahren haben Bäuerinnen, Bauern und Züchter durch Selektion eine Vielzahl von regional angepassten, widerstandsfähigen und schmackhaften Kulturpflanzensorten hervorgebracht. Dies gilt auch für Nutztierrassen. Einige von ihnen sind heute wichtiges Ausgangsmaterial für neue Züchtungen. Das Deutsche Sattelschwein und die Kartoffelsorte Bamberger Hörnchen sind landläufig bekannte Beispiele für diese alten Rassen oder Sorten. Durch Rationalisierungen in den ländlichen Produktionsbedingungen und durch Änderungen der Ernährungsgewohnheiten ist die ehemals so große Vielfalt bedroht.

Der Tag der Agrobiodiversität macht auf die Dringlichkeit der Erhaltung der Vielfalt dieser landwirtschaftlichen "Kulturgüter" aufmerksam - auf den Äckern, in den Ställen, in den Regalen und auf unseren Tellern. Erhaltung und Nutzung sind hier unmittelbar miteinander verknüpft und bieten Sorten und Rassen auch zukünftig eine Chance auf Überleben.

In Berlin und Brandenburg gibt es verschiedene Initiativen, die über alte Sorten und Rassen informieren und diese allgemein verfügbar halten. Der Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg (VERN) e. V. mit Sitz in der Uckermark betreibt seit mehr als 10 Jahren die Erhaltungszucht von inzwischen etwa 2500 Kulturpflanzensorten. Einige der Partner des VERN-Netzwerks arbeiten darüber hinaus aktiv an der Erhaltung von alten Haustierrassen, wie z. B. das Freilichtmuseum Domäne Dahlem und das Museumsdorf Düppel in Berlin.

Kontakt:

Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg e.V. (VERN):
Burgstr. 20, 16278 Greiffenberg/Uckermark, www.vern.de

Freilichtmuseum Domäne Dahlem:
Königin-Luise-Straße 49, 14195 Berlin, www.domaene-dahlem.de

Museumsdorf Düppel: Clauertstr. 11, 14163 Berlin, www.dueppel.de

Tagung: Ackersegen und wiedergewonnene Vielfalt: Zum Umgang mit Kartoffeln - Sorten, Markt und Anbau - [14.08.06]

Alles dreht sich um die Kartoffel bei der

Tagung: Ackersegen und wiedergewonnene Vielfalt: Zum Umgang mit Kartoffeln - Sorten, Markt und Anbau

die der VERN zusammen mit dem KERN-Verbund vom 18.8. - 19.8.2006 im Infozentrum Blumberger Mühle im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin veranstaltet.

Dabei geht es um Herkunft und Geschichte der Kartoffel, um Sortenvielfalt und Anbau der köstlichen Knolle - bei uns und in Lateinamerika. Und natürlich kommt auch der aktuelle Streit um die Kartoffelsorte Linda nicht zu kurz. Ein Grußwort hält Dietmar Schulze, Staatssekretär des Brandenburger Agrarministeriums. Als Referenten sprechen u.a. der Historiker Dr. H.-D. Krausch, der Züchter Dr. Junghans und der Kartoffelbauer C. Ellenberg. Eines der Highlights der Tagung bilden die Dokumentarfilme "Das grüne Gold der Inkas" und "Septemberweizen" und natürlich das kulinarische Begleitprogramm, bei dem - wie anders - die Kartoffel ebenfalls im Mittelpunkt stehen wird.

Den Abschluss der Tagung bildet das Sommerfest des VERN am 20.8.2006 - in diesem Jahr besonders feierlich, denn der Verein kann auf sein 10-jähriges Jubiläum zurückblicken.

Anreisetipps unter www.blumberger-muehle.de

10 Jahre VERN - 10 Jahre Schau- und Versuchsgarten in der Uckermark - [14.08.06]

Mit einem verwilderten Garten im kleinen Städtchen Greiffenberg in der Uckermark fing es an, als im Jahre 1996 ein kleines Grüppchen von Vereinsmitgliedern ein Zuhause für ihre ungewöhnlichen Schätze suchte: Das Saatgut seltener und vom Aussterben bedrohter Kulturpflanzen aus aller Herren Länder, besonders aber aus Norddeutschland. Mittlerweile ist die lebendige Schatzkammer des Vereins auf einen Bestand von 2.500 so genannter ‚Herkünfte' angewachsen: Seltene und fast vergessene Obst- und Gemüsesorten, deren Eigenschaften wie Robustheit und besonderer Wohlgeschmack heute wieder sehr gefragt sind. Der üppige Garten in Greiffenberg hat sich mittlerweile zu einem Kleinod entwickelt, der alljährlich viele Tausend Besucher anzieht. Sie decken sich dort mit Saatgut oder Jungpflanzen ein, lassen sich zu ihrem Anbau beraten oder nehmen an Workshops und Seminaren zur Samengewinnung teil.

Und auch in der Landschaft hat die Arbeit des Vereins Spuren hinterlassen: Wer im Sommer durch die Getreidefelder der Uckermark streift, stößt manches Mal auf Ungewöhnliches: die schwarzen Grannen des Winteremmers oder den mehr als 2 Meter hohen Champagnerroggen. Versteckt auf kleinen Feldern wachsen hier zwischen sanften Hügeln und ausgedehnten Wäldern Sorten, die es nur noch in landwirtschaftlichen Lehrbüchern des 19. Jahrhunderts oder in der Genbank gibt.

Aus Anlass seines 10jährigen Bestehens lädt der VERN am 20.8.2006 von 10 bis 16 Uhr zum Sommerfest in Greiffenberg ein - mit Tomatensortenschau- und Verkauf, Gewächshausführung, Frucht- und Samenausstellung und natürlich einer Verkostung!

Vom 18.8. bis zum19.8.2006 findet zudem eine Fachtagung zum Thema: "Kartoffel: Ackersegen und wiedergewonnene Vielfalt" in der Blumberger Mühle statt.

1. Mai: Tomatenraritäten in der Uckermark - [25.04.2006]

Tausende Jungpflanzen warten auf ihre neuen Besitzer

Gestreift, behaart oder birnenförmig - alte Tomatensorten sind nicht nur unvergleichlich aromatisch, sie bieten oft auch ein ganz besonderes, sinnliches Erlebnis. In seinem Schau- und Vermehrungsgarten in Greiffenberg/Uckermark baut der Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg e.V. (VERN) zahlreiche, fast vergessene Tomatensorten aus aller Herren Länder an. Mit ihren vielen, an Farben und Formen reichen Verwandten sind z. B. die robuste, schwarze "Black Plum" und die murmelgroßen, goldgelben "Blondköpfchen" eine echte Alternative zu den üblicherweise am Markt erhältlichen Tomatensorten.

Am 1. Mai gibt der VERN Jungpflanzen von 62 verschiedenen Tomatensorten gegen eine geringe Erhaltungsgebühr ab. Außerdem sind noch Pflanzkartoffeln und Sämereien von vielen weiteren Kulturpflanzensorten im Angebot. Küchen-, Duft- und Heilpflanzenraritäten der Gärtnerei Helenion ergänzen das Sortiment. Wer will, kann sich auch durch den frühlingshaften Schaugarten führen und zum Anbau von alten Kulturpflanzen beraten lassen.

Einige tausend Jungpflanzen warten auf ihre neuen Besitzer. Die Erfahrung aus vergangenen Jahren zeigt allerdings: Wer sich bestimmte Tomatensorten sichern möchte, sollte nicht allzu spät kommen! Geöffnet ist von 10 bis 16 Uhr. Adresse: Burgstr. 20, 16278 Greiffenberg/Uckermark

Anfahrt:
Autobahn A 11 Richtung Prenzlau, Ausfahrt Pfingstberg Richtung Greiffenberg

Bunt getrieben...

Artikel von Wiebke Eden im Handelsblatt, Nr. 20 vom 27.01.06, Weekend Journal, S. 2:"Bunt getrieben - Blaue Kartoffeln, Schwarzwurzeln, gestreifte Bete: Wie lang vergessenes Gemüse moderne Küchen bereichert."

Alte Bratapfelsorten erhalten - [18.12.2005]

Winter- und Weihnachtszeit ist Bratapfelzeit: Wer auch in Zukunft noch klassische Bratapfelsorten wie den 'Kaiser Alexander', den 'Halberstädter Jungfernapfel' oder den 'Königlichen Kurzstiel' dampfend und duftend aus dem Ofen holen will, muss jetzt daran denken, Reiser von alten Apfelsorten zu schneiden.

Zur Weihnachts- und Winterzeit gehört der Duft von Bratäpfeln, gefüllt mit Zimt und Zucker, Marzipan und Rosinen. Während man sie in heißer Vanillesoße ertränkt, kommt man leicht ins Sinnieren: Die guten Dinge im Leben gibt's umsonst - oder doch fast umsonst. Es wird allerdings immer schwieriger, einen guten Bratapfel zu finden: Vielen modernen Apfelsorten fehlt es an Aroma und an Biss. Früher dagegen gab es Apfelsorten, die sich wegen ihrer Festigkeit und ihres mürb-säuerlichen Geschmacks besonders gut zum Backen eigneten. Zum Beispiel die 'Gelbe Sächsische Renette', der 'Gewürzluiken' aus dem Württembergischen oder der 'Halberstädter Jungfernapfel', alles bewährte alte Apfelsorten. Geradezu fürstliche Genüsse dagegen versprechen der 'Kaiser Alexander' aus der Ukraine, der bereits 1604 erwähnte 'Königliche Kurzstiel' oder der 'Königinapfel', der um die Mitte des 19. Jahrhundert bei London gezüchtet wurde. Ein guter Bratapfel ist auch der 'Großherzog Friedrich', der vom Hofgärtner Fießer in Baden-Baden gezogen wurde und 1898 in den Handel kam. Hinter vielen dieser alten Bratapfelsorten steckt eine kleine Geschichte: Der Mutterbaum des 'Martini' zum Beispiel stand einst am Elbdeich an der Kollmar-Schleuse in Holstein. Er trägt seinen Namen, weil er erst am 11. November, dem Martinstag, gepflückt werden soll. 'Harberts Renette' stammt aus einem Kloster in Westfalen und wurde vom Landespfennigmeister Harbert aus Arnsberg um 1830 verbreitet.

Viele alte Apfelsorten sind in den letzten Jahrzehnten unwiederbringlich verloren gegangen. In manchem Garten und an manchem Feldweg schlummern jedoch noch unerkannte Schätze: Der Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg (VERN) bemüht sich darum, solche alten Apfelsorten zu retten und wieder zu verbreiten. Einige der oben genannten Sorten können Sie über den VERN beziehen.

Wenn Sie dagegen von einem alten Prachtexemplar wissen oder gar noch eines im Garten stehen haben: Jetzt ist es Zeit, die Bäume zu vermehren und zu verjüngen. Von Mitte Dezember bis Anfang Februar, bevor die Säfte wieder in den Stamm steigen, können Reiser zum Pfropfen geschnitten werden, nicht jedoch bei Temperaturen unter -6 Grad. Nur einjährige Triebe mit drei bis fünf Augen lassen sich zum Veredeln verwenden. Nach dem Schneiden werden sie in ein feuchtes Tuch eingeschlagen und im kühlen Keller aufbewahrt. Oder man bringt sie gleich zur Baumschule, damit sie dort den Winter über fachgerecht lagern. Im Frühjahr werden sie dann 'veredelt', dass heißt auf eine robuste Unterlage gesetzt, die sich zu einem Viertel-, Halb- oder Hochstamm-Apfelbäumchen entwickeln wird. War das Reis stark genug, können die Bäumchen dann im Herbst 2006 aus der Baumschule abgeholt und in den Garten gepflanzt werden. Will man sehr alte Bäume retten, die zwar noch blühen und Früchte tragen, aber nicht mehr jedes Jahr genügend lange neue Reiser bilden, empfiehlt es sich, einen armstarken Ast zurückzuschneiden. An der Schnittstelle bilden sich im folgenden Jahr Reiser, die auf eine neue Unterlage gesetzt werden können.

Weitere Informationen:

Ansprechpartner beim VERN:

Herbert Lohner
Tel. (030) 78 79 00 24

Spezialist für die Veredlung alter Obstbäume ist die

Baumschule Peter Fischer
Steinfurter Allee 35
16230 Lichterfelde (Eberswalde)
Tel.: (03 33 4) 21 91 39
Fax: (03 33 4) 38 04 20

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