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| Alte Bratapfelsorten erhalten - [18.12.2002] | |
| Winter- und Weihnachtszeit ist Bratapfelzeit: Wer auch in Zukunft noch klassische Bratapfelsorten wie den 'Kaiser Alexander', den 'Halberstädter Jungfernapfel' oder den 'Königlichen Kurzstiel' dampfend und duftend aus dem Ofen holen will, muss jetzt daran denken, Reiser von alten Apfelsorten zu schneiden. Zur Weihnachts- und Winterzeit gehört der Duft von Bratäpfeln, gefüllt mit Zimt und Zucker, Marzipan und Rosinen. Während man sie in heißer Vanillesoße ertränkt, kommt man leicht ins Sinnieren: Die guten Dinge im Leben gibt's umsonst - oder doch fast umsonst. Es wird allerdings immer schwieriger, einen guten Bratapfel zu finden: Vielen modernen Apfelsorten fehlt es an Aroma und an Biss. Früher dagegen gab es Apfelsorten, die sich wegen ihrer Festigkeit und ihres mürb-säuerlichen Geschmacks besonders gut zum Backen eigneten. Zum Beispiel die 'Gelbe Sächsische Renette', der 'Gewürzluiken' aus dem Württembergischen oder der 'Halberstädter Jungfernapfel', alles bewährte alte Apfelsorten. Geradezu fürstliche Genüsse dagegen versprechen der 'Kaiser Alexander' aus der Ukraine, der bereits 1604 erwähnte 'Königliche Kurzstiel' oder der 'Königinapfel', der um die Mitte des 19. Jahrhundert bei London gezüchtet wurde. Ein guter Bratapfel ist auch der 'Großherzog Friedrich', der vom Hofgärtner Fießer in Baden-Baden gezogen wurde und 1898 in den Handel kam. Hinter vielen dieser alten Bratapfelsorten steckt eine kleine Geschichte: Der Mutterbaum des 'Martini' zum Beispiel stand einst am Elbdeich an der Kollmar-Schleuse in Holstein. Er trägt seinen Namen, weil er erst am 11. November, dem Martinstag, gepflückt werden soll. 'Harberts Renette' stammt aus einem Kloster in Westfalen und wurde vom Landespfennigmeister Harbert aus Arnsberg um 1830 verbreitet. Viele alte Apfelsorten sind in den letzten Jahrzehnten unwiederbringlich verloren gegangen. In manchem Garten und an manchem Feldweg schlummern jedoch noch unerkannte Schätze: Der Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg (VERN) bemüht sich darum, solche alten Apfelsorten zu retten und wieder zu verbreiten. Einige der oben genannten Sorten können Sie über den VERN beziehen. Wenn Sie dagegen von einem alten Prachtexemplar wissen oder gar noch eines im Garten stehen haben: Jetzt ist es Zeit, die Bäume zu vermehren und zu verjüngen. Von Mitte Dezember bis Anfang Februar, bevor die Säfte wieder in den Stamm steigen, können Reiser zum Pfropfen geschnitten werden, nicht jedoch bei Temperaturen unter -6 Grad. Nur einjährige Triebe mit drei bis fünf Augen lassen sich zum Veredeln verwenden. Nach dem Schneiden werden sie in ein feuchtes Tuch eingeschlagen und im kühlen Keller aufbewahrt. Oder man bringt sie gleich zur Baumschule, damit sie dort den Winter über fachgerecht lagern. Im Frühjahr werden sie dann 'veredelt', dass heißt auf eine robuste Unterlage gesetzt, die sich zu einem Viertel-, Halb- oder Hochstamm-Apfelbäumchen entwickeln wird. War das Reis stark genug, können die Bäumchen dann im Herbst 2003 aus der Baumschule abgeholt und in den Garten gepflanzt werden. Will man sehr alte Bäume retten, die zwar noch blühen und Früchte tragen, aber nicht mehr jedes Jahr genügend lange neue Reiser bilden, empfiehlt es sich, einen armstarken Ast zurückzuschneiden. An der Schnittstelle bilden sich im folgenden Jahr Reiser, die auf eine neue Unterlage gesetzt werden können. Weitere Informationen: Ansprechpartner beim VERN: Herbert Lohner Tel. bis 19.12.: (030) 78 79 00 24 Tel. v. 20.12.-5.1.: (01 73) 180 50 54 Spezialist für die Veredlung alter Obstbäume ist die Baumschule Peter Fischer Steinfurter Allee 35 16230 Lichterfelde (Eberswalde) Tel.: (03 33 4) 21 91 39 Fax: (03 33 4) 38 04 20 |
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