![]() ![]() |
| [ Home ] [ Kontakt ] [ Veranstaltungen ] [ Demonstrations- und Vermehrungsgärten ] [ Kulturpflanzen-Kataloge ] | © VERN |
| Heil- und Gewürzpflanzen | |
| Pflanzen sind mit die ältesten Lebewesen auf der Erde. Sie dienten schon unseren Vorfahren als verlässliche Nahrungsgrundlage. Eines Tages entdeckten die Menschen, dass sie Wohlbefinden verspüren, wenn sie die ein oder andere Pflanze zu sich nahmen. Sie probierten es öfter aus und es trat immer wieder die selbe Wirkung ein. Das war die Geburtsstunde der Heilkunde. Immer gezielter verwendete man ausgewählte Pflanzen für körperliche Leiden, selektierte und verfeinerte die Anwendung. Im Laufe der Jahrtausende entwickelte sich so der wissenschaftliche Zweig der Pflanzenheilkunde heraus. In Zeiten der Not und Armut war sie oft die einzige Chance, Krankheiten wirksam zu begegnen. Im Zeitalter der Industrialisierung gerieten die Heilpflanzen immer mehr in Vergessenheit. Synthetisch hergestellte Mittel sollten Ersatz bieten. Dabei wurde leider vergessen, dass die naturbelassenen Produkte um ein vielfaches besser vom menschlichen Körper aufgenommen werden als die künstlich hergestellten, denn pflanzliche Substanzen sind in ihrer Struktur den im Menschen vorhandenen Stoffen sehr ähnlich. Der Organismus hängt also auch heute noch von den Pflanzen ab. Die meisten chemisch-synthetisch hergestellten Substanzen sind sehr konzentriert und wirken deshalb viel zu intensiv. Das hat meist unerwünschte Nebenwirkungen zur Folge. Die grüne Pflanze ist eine Art natürliche Produktionsstätte umfangreich und zusammenhängend wirkender Einzelwirkstoffe, die auf künstlichem Wege in dieser Kombination nicht hergestellt werden können. Erst das Zusammenspiel aller in den Pflanzen enthaltenen Substanzen, und sind deren Anteile noch so klein, macht die wohltuende und verträgliche Wirkung auf den Organismus aus. Heute ist bereits jeder zweite Bundesbürger von der heilenden Wirkung pflanzlicher Inhaltsstoffe überzeugt. Insgesamt gesehen erfreuen sich die Heil- und Gewürzkräuter wegen ihrer schmackhaften und wohltuenden Eigenschaften immer größerer Beliebtheit. |
| Wissenswertes über Kräuter | ||
| Die Untersuchungen von etwa 500 Arten der Pflanzenwelt hat in den letzten Jahrzehnten ergeben, dass sie alle Heil- und Würzkräfte besitzen. Sie sind fast ausschließlich 20 Pflanzenfamilien zuzuordnen und ihnen werden, um sie eindeutig wissenschaftlich definieren zu können, lateinische Doppelnamen gegeben. Der erste steht für die Gattung, der zweite bezeichnet die Art. Dieser lateinische Name wird für jede Pflanze nur einmal vergeben, so sind sie international einheitlich und können nicht, wie das bei den deutschen Namen häufig geschieht, verwechselt werden. Charakteristische Merkmale wie der Blütenbau, die Blattform, die Fruchtausbildung oder der Standort geben Auskunft über die entsprechende Familienzugehörigkeit. Kräuter können ein-, zwei- oder auch mehrjährig sein. Das sollte man beim Anbau im eigenen Garten oder auf dem Balkon beachten. Durch das ausgewogene Zusammenspiel mehrerer Inhaltsstoffe einer Heilpflanze wird die für den Organismus wohltuende Wirkung erzielt. Bei den Würzpflanzen entscheidet der scharfe, milde oder fade Geschmack und Geruch über den Einsatz in der Küche. Die wichtigsten Wirkstoffe der Heil- und Gewürzpflanzen sind zum einen die leichtflüchtigen, stark riechenden oder scharf schmeckenden ätherischen Öle. Als Ausgangsstoff für viele Medikamente dienen die in den Pflanzen oftmals enthaltenen Alkaloide. Andererseits enthalten Kräuter auch Harze, Bitter-, Gerb- und Schleimstoffe, organische Säuren, Mineralstoffe, wertvolle Vitamine und andere Vitalstoffe. Die Inhaltsstoffe sind in den unterschiedlichen Pflanzenteilen zu finden: in den Blättern (Minze, Basilikum), in den Blüten (Johanniskraut, Ringelblume), in den Wurzeln (Basilikum, Pastinak) und den Zwiebeln (Knoblauch, Zwiebel), in den Früchten (Johannisbeere, Erdbeere), in den Samen (Fenchel, Kümmel) oder in der Rinde (Weide, Eiche). |
| Wirkung der Heil- und Gewürzkräuter | ||
| Arznei- und Gewürzpflanzen sollen in erster Linie das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit des Organismus fördern. Durch ihre regelmäßige, maßvolle Anwendung können Krankheiten vorgebeugt, Leiden gemildert und Genesungsvorgänge unterstützt werden. Voraussetzung dafür ist aber die genaue Kenntnis der einzelnen Pflanzenarten. Werden sie richtig angewendet, sind kaum bedenkliche Nebenwirkungen zu verzeichnen. Tees, die zu Heilzwecken eingenommen werden, sollten nicht länger als nötig zur Anwendung kommen. Anders dagegen können Hausteemischungen für den täglichen Gebrauch längere Zeit verwendet, aber auch von Zeit zu Zeit gewechselt werden. |
| Ernte, Trocknung und Aufbewahrung von Kräutern | ||
| Blätter und Blüten erntet man am besten zur späten Vormittagsstunde, wenn der Tau auf den Pflanzen abgetrocknet ist. Es werden nur die jungen, zarten Triebe geschnitten. Das Pflanzenherz muss in jedem Fall geschont werden, damit ein neuer Austrieb möglich ist. Samen werden an trockenen Tagen vorsichtig zur Mittagszeit abgenommen, dann sind sie schon vorgetrocknet. Allerdings muss die Ernte dann sehr vorsichtig passieren, da sonst Erntegut verloren geht. Wurzeln gräbt man im zeitigen Frühjahr oder im späten Herbst aus, wäscht sie gut ab und schneidet sie in ca. 3 cm lange Streifen zum Trocknen. Allerdings müssen Wurzeln in freier Natur zum Schutz der heimischen Flora verschont werden. Das Trocknen von Kräutern darf nicht in der Sonne geschehen. Wertvolle Inhaltsstoffe würden dabei verloren gehen. Die Kräuter werden in kleinen Bündeln an einen luftigen, trocknen Ort aufgehängt. Es ist auch möglich, Trockensiebe oder Dörrgeräte auf niedrigster Stufe zu verwenden. Bei feuchten Witterungsverhältnissen muss an der Luft getrocknetes Schnittgut unbedingt in der Backröhre oder in Trocknungsgeräten nachgetrocknet werden. Pflanzenteile, die ätherische Öle enthalten, dürfen nicht über 35 °C getrocknet werden, um Verflüchtigungen zu vermeiden. Rascheln und brechen die getrockneten Pflanzenteile, dann ist der Trocknungsprozess abgeschlossen. Sie werden zerkleinert und in Dosen oder Schraubgläsern verpackt. Es empfiehlt sich, die Gefäße zu etikettieren und mit Angaben zu Inhalt und Erntejahr zu versehen. Mit der Zeit vermindert sich die Wirksamkeit der getrockneten Heil- und Gewürzkräuter durch Verflüchtigung der Inhaltsstoffe. Deshalb ist es ratsam jährlich neue Kräuter zu trocken. |
| Verwendung von Kräutern | ||
| Die Verwendung von Kräutern ist so vielseitig wie die Kräuter selbst. Als konservierte, eingefrorene Würzmischung für den Braten oder die Suppe, getrocknet für den Tee oder als Gewürz, als Kräuteressig, als hausgemachter Kräuterwein, als Kräuteröl für den winterlichen Salat, als Kräutergelee oder Kräuterwürzpastete, als dekorativer Strauss oder als Kräutergeist bei Magenverstimmung ... Rezept Kräutergeist: Zitronenmelisse, Rosmarin, Minze, Johanniskraut, Liebstöckel, Wermut, Eberraute, Bärwurz, Enzianwurzel, Kümmel Auf einen Liter Branntwein wird eine große handvoll des frischen Kräutergemisches gegeben. Für Liköre wird konzentriertes Zuckerwasser beigefügt. 3-4 Wochen durchziehen lassen, umschütteln und in eine gut verschließbare Flasche absieben. Fertig ist der selbstgemachte Kräutergeist. Wohl bekomms ! |
|
||||||