Bedeutung der Kultur- und Wildpflanzen als pflanzengenetische Ressourcen

blühende Kräuterbeete, Gewächshäuser und ein verschalter Komposthaufen
Nutzgarten in Auweiler, Nordrhein-Westfalen, © BLE

Pflanzengenetische Ressourcen umfassen neben den in der Landwirtschaft kultivierten Pflanzenarten auch wild wachsende Arten, soweit diese für die Ernährung und Landwirtschaft von Nutzen sind oder sein können.

Durch die Fähigkeit, Sonnenlicht als Energiequelle zu nutzen, sind Pflanzen die Basis der biologischen Energieerzeugung und -speicherung auf der Erde und stehen am Anfang aller Nahrungsketten von Mensch und Tier.

Etwa 7.000 Pflanzenarten werden gegenwärtig weltweit vom Menschen genutzt, darin sind Zier- und Forstpflanzen nicht enthalten. Während der rund 10.000 Jahre Ackerbaukultur wurde innerhalb der domestizierten Pflanzenarten eine große Vielfalt an regionaltypischen Sorten und Ökotypen entwickelt. Die Menschheit hat darüber hinaus seit jeher eine Vielzahl wild lebender Arten als Nahrungsmittel und Rohstoffe genutzt.

In der Landwirtschaft spielt aber nur eine geringe Artenzahl eine größere Rolle. Sie werden dort als Kulturpflanzen im Ackerbau und in der Grünlandwirtschaft, im Gartenbau, im Weinbau und zur Erzeugung nachwachsender Rohstoffe genutzt. Die Nutzung von wild vorkommenden Pflanzen, zum Beispiel von Beerenobst oder Heil- und Gewürzpflanzen, hat demgegenüber nur einen untergeordneten Stellenwert, kann aber regional von Bedeutung sein. Abgesehen von autochthonem Grünland sind Kulturpflanzen meist züchterisch bearbeitet. In diesem Zusammenhang spielt die Verfügbarkeit genetischer Ressourcen als Ausgangsmaterial für die Züchtung eine wesentliche Rolle.

Außer im Anbau findet man pflanzengenetische Ressourcen in Deutschland auch als natürlichen Bestandteil der Flora. Von den ca. 3.600 in Deutschland in situ vorkommenden Pflanzenarten sind für über 1.000 Arten aktuelle oder potenzielle Nutzungen beschrieben. Unter Einbeziehung der Nutzungsformen "Züchtung" bzw. "Zierpflanze" kommen weitere ca. 1.800 Arten als "heimische" pflanzengenetische Ressourcen hinzu.