Eckzahlen zu pflanzengenetischen Ressourcen

5 knallrote Äpfel in dunkelgrünem Blätterwerk
Alte Apfelsorte Geheimrat Dr. Oldenburg, © Julius Kühn-Institut

Drei Pflanzenarten ernähren die Welt

Von den rund 250.000 bisher bekannten Pflanzenarten auf der Erde sind rund 30.000 essbar. Trotz dieser enormen Vielfalt spielen heutzutage für die menschliche Ernährung weltweit überhaupt nur rund 150 Arten eine bedeutendere Rolle. Derzeit werden mit nur 30 Pflanzenarten 95 % des Kalorienbedarfs der Weltbevölkerung erzeugt und die Ernten von nur drei "Haupternährern" - Weizen, Reis und Mais - decken 50 % des weltweiten Energiebedarfs der Menschheit.

Situation in Deutschland

Von den in Mitteleuropa und Deutschland anbaubaren Kulturpflanzenarten wird nur noch ein Bruchteil genutzt. Die nach Ende des 2. Weltkrieges verstärkt einsetzende Spezialisierung und Intensivierung hat zu einem starken Rückgang der Anzahl der Kulturpflanzenarten im Anbau geführt. Die deutsche Landwirtschaft nutzt derzeit ackerbaulich insgesamt etwa 25 Marktfrucht- und 35 Futterpflanzenarten. Im Gartenbau werden circa 70 Gemüse-, 30 Obst- und 70 Heil- und Gewürzpflanzenarten angebaut.

Etwa 48 % der deutschen Gesamtfläche werden landwirtschaftlich genutzt, dabei wird die Ackerfläche zu über 60 % von nur fünf Kulturarten dominiert.

Im Anbau befinden sind vorwiegend moderne Zuchtsorten. Landsorten sind mit Ausnahme des Obstes, einiger Gemüse und Getreide kaum mehr vorhanden.

Mit mehr als 2.600 national und weiteren mehreren tausend EU-weit zugelassenen Sorten steht der deutschen Landwirtschaft eine große Sortenvielfalt für den Anbau zur Verfügung. In der Praxis dominieren aber bei wichtigen Kulturarten wie Winterweizen (3,1 Millionen Hektar Anbaufläche) oft nur wenige Sorten den Anbau. Diese werden aufgrund des ständigen Züchtungsfortschritts meist nach wenigen Jahren von erfolgreicheren Neuzüchtungen verdrängt.