On-farm-Bewirtschaftung

 

Dieses Konzept stammt ursprünglich aus Entwicklungsländern, wo seine Bedeutung im Hinblick auf die Erhaltung und Verbesserung von Landsorten auf der Hand liegt. Die Notwendigkeit einer On-farm-Bewirtschaftung in Ländern wie Deutschland mit einer stark arbeitsteiligen Landwirtschaft, in dem herkömmliche Landsorten weitgehend von den Feldern der Bauern und aus den Gärten verschwunden sind und Saatgut von leistungsfähigen Zuchtsorten leichter verfügbar ist, ist dagegen weniger deutlich.

 

Als wichtige Ziele der On-farm-Bewirtschaftung in Deutschland sind zu nennen:

(1) die Erhöhung der Artenvielfalt von Kulturpflanzen durch die Förderung
      besonders vernachlässigter und derzeit gering genutzter
      Nutzpflanzenarten,
(2) die Erhöhung der genetischen Vielfalt ausgewählter Pflanzenarten durch
      den Anbau genetisch divergenter Sorten oder lokaler Landrassen,
(3) die Erhöhung der kulturellen Vielfalt und der die Erhaltung traditionellen
     Wissens,
(4) die genetische Weiterentwicklung der pflanzengenetischen Ressourcen,
      insbesondere der Landsorten, durch fortgesetzte evolutionäre Prozesse,
(5) die nachhaltige Sicherung und Verfügbarkeit qualitativ hochwertiger
      landwirtschaftlicher Erzeugnisse für die menschliche Ernährung sowie
(6) die Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion durch die
      Entwicklung neuer Erzeugnisse für bestimmte Marktnischen.

 

Es gibt in Deutschland eine Vielzahl privater Initiativen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zur Erhaltung und Weiterentwicklung der Vielfalt der Landsorten (zum Beispiel Erhaltungs- und Amateursorten), deren Aktivitäten jedoch insgesamt nicht ausreichend koordiniert sind.

Den aktuellen Stand zur Umsetzung zur  In-situ-Erhaltung und zur On-farm Bewirtschaftung im Rahmen des Nationalen Fachprogramms für pflanzengenetische Ressourcen finden sie in Kapitel 2 des BEKO-Geschäftsberichtes:
Die Umsetzung des Nationalen Fachprogramms pflanzengenetischer Ressourcen.