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08.10.2018Insektenschutz: Experten empfehlen vielfältige Landnutzung und erweitertes Monitoring

Die Stellungnahme „Für einen flächenwirksamen Insektenschutz“ wurde heute vom Sachverständigenrat für Umweltfragen und Wissenschaftlichem Beirat für Biodiversität und Genetische Ressourcen veröffentlicht. Die Wissenschaftler raten, die Landnutzung insektenfreundlicher zu gestalten und ein Biodiversitäts-Monitoring zu installieren.

Die beiden Gremien empfehlen die schnelle Umsetzung von prioritären Maßnahmen. Dazu zählen die Erhöhung der Landschaftsstrukturen, wie Hecken, Rand- und Schutzstreifen, der Ausbau des Ökologischen Landbaus und die konsequente Umsetzung des Integrierten Pflanzenschutzes. Dafür sollte nach Meinung der Wissenschaftler die anstehende Reform der gemeinsamen Agrarpolitik genutzt werden, damit Landwirte und Landwirtinnen für ihre erbrachten Leistungen beim Natur- und Umweltschutz gezielter berücksichtigt werden. Als weitere Sofortmaßnahme wird die Etablierung eines weiterentwickelten Biodiversitätsmonitoring aufgezeigt um Trendentwicklungen besser abzuschätzen, Wissenslücken zu füllen und die Wirksamkeit der ergriffenen Maßnahmen zu überprüfen. Weiterer Forschungsbedarf wird bei den Auswirkungen künstlichen Lichts und des Klimawandels auf die Insektenzahlen gesehen.

Abschließend fordern die Experten ambitioniertes und zwischen Bund und Ländern gut abgestimmtes Handeln bei der Umsetzung eines Aktionsprogramms Insektenschutz.

Hintergrund
Über 80 Prozent der Fläche Deutschlands wird land- und forstwirtschaftlich genutzt. Für die Land- und Forstwirtschaft und damit für die Lebensmittelproduktion sind Insekten unverzichtbar, weil sie zentrale Funktionen wie Bestäubung, natürliche Schädlingsbekämpfung und Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit erfüllen. Die Bundesregierung hat im Juni die „Eckpunkte für ein Aktionsprogramm Insektenschutz“ auf den Weg gebracht.

Der Wissenschaftliche Beirat für Biodiversität und Genetische Ressourcen berät das Bundeslandwirtschaftsministerium bei Fragen der Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt für Landwirtschaft und Ernährung. Der Beirat ist interdisziplinär besetzt. Die Geschäftsstelle des Wissenschaftlichen Beirats für Biodiversität und Genetische Ressourcen ist in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung im Informations- und Koordinationszentrum für Biologische Vielfalt angesiedelt.

Die Stellungnahme „Für einen flächenwirksamen Insektenschutz“ ist die erste gemeinsame Stellungnahme der beiden Beratungsgremien.

Hier können Sie die Stellungnahme zum Insektenschutz herunterladen