Im Fokus stand neben der Bedeutung der langfristigen Erhaltung genetischer Ressourcen für die Zukunft von Landwirtschaft und Ernährungssicherheit auch die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) und die europäische Natur-Wiederherstellungsverordnung (W-VO). Anlässlich des Besuchs wurde dem Bundesminister Rainer eine gemeinsam vom Wissenschaftlichen Beirat für Biodiversität und Genetische Ressourcen (WBBGR) und dem Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) erarbeitete Stellungnahme zum Thema „Für eine zukunftsfähige Landwirtschaft: Gemeinsame Agrarpolitik und Wiederherstellungsverordnung zusammen denken“ überreicht. „Die GAP nach 2027 muss umweltwirksame Maßnahmen fördern – mit freiwilligen Ansätzen, einer stabilen Finanzierung und innovativen Anreizen“ erklärte die Leitautorin Prof. Sabine Tischew vom WBBGR.
Am IPK besichtigten Bundesminister und WBBGR die bundeszentrale Ex-situ-Genbank landwirtschaftlicher und gärtnerischer Nutzpflanzen, in der 150.000 Saatgutmuster von fast 3.000 Arten eingelagert werden, womit sie zu einer der größten und artenreichsten Genbanken der Welt zählt. Auch wurde die PhänoSphäre besucht, in der sich die Produktivität von Kulturpflanzen unter simulierten Umweltbedingungen untersuchen lässt, um deren Eigenschaften gezielt verbessern zu können. Die genetische Vielfalt zu erhalten, ist ein zentrales Ziel der nationalen und internationalen Agrarpolitik. Sie ermöglicht die Anpassung von Kulturpflanzen an Herausforderungen wie die Auswirkungen des Klimawandels.
Hintergrund
Der WBBGR berät das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) mit Blick auf den langfristigen Erhalt und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt sowie die Vielfalt genetischer Ressourcen für Ernährung, Landwirtschaft, Forst und Fischerei. Das Informations- und Koordinationszentrum für Biologische Vielfalt (IBV) der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) fungiert als Geschäftsstelle für den WBBGR.