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Waldzustandserhebung 2025: Waldumbau stärkt die Zukunft unserer Wälder

Wie es Deutschlands Wäldern geht, dokumentiert seit 1984 die Waldzustandserhebung (WZE) des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) durch einen Blick in die Baumkronen. Bei der WZE, als Teil des forstlichen Umweltmonitorings, werden 38 Baumarten erfasst.

Das Bild zeigt einen Mischwald, durch den ein Wirtschaftsweg führt.
Quelle: Michael Reichelt.

Die aktuelle Waldzustandserhebung zeigt: Obwohl die Wetterbedingungen im Jahr 2025 ungünstiger waren als im Vorjahr, hat sich der Kronenzustand im bundesweiten Durchschnitt kaum verändert. Weiterhin ist jeder fünfte Baum gesund. Sowohl bei Laub- als auch bei Nadelbäumen ist die Zahl neu abgestorbener Bäume zurückgegangen. Der Wald hat sich allerdings bis heute nicht von den Dürrejahren 2018 bis 2020 erholt.

Insgesamt wirken auf den Waldzustand verschiedene Faktoren ein, die sich gegenseitig verstärken oder abschwächen können. Hierzu gehören das Baumalter und die Veranlagung der einzelnen Bäume, die gegenwärtige und frühere Bewirtschaftung, Standortfaktoren, das Auftreten von Schadorganismen, der Eintrag von Luftschadstoffen und anderes. Einen starken Einfluss hat die Witterung. Abhängig vom Ausmaß und von der Geschwindigkeit, mit der sie sich vollzieht, führt die Klimaänderung zu zusätzlichen Risiken für den Wald. So ist der Wald seit 2017 v. a. durch den Verlust an lebender Biomasse durch die Klimakrise zur Quelle von Kohlenstoff geworden. Daher ist es umso wichtiger, den Wald als Kohlenstoffspeicher zu schützen und an den Klimawandel anzupassen. Die deutsche Forst- und Holzwirtschaft leistet damit einen bedeutsamen Beitrag zum Klimaschutz. Die Wälder für den Klimawandel zu rüsten, ihre Resilienz zu stärken, ist eine wichtige Aufgabe, um ihren Erhalt auch für die nächsten Generationen zu sichern.

Unter anderem spielt bei diesem Anpassungsprozess die genetische Vielfalt der Baum- und Straucharten eine bedeutsame Rolle. Denn eine große genetische Vielfalt stellt sicher, dass die Bedürfnisse späterer Generationen bei sich wandelnden Ansprüchen an die Leistungen des Waldes, insbesondere an die Produktion des Rohstoffes Holz, auch unter möglicherweise veränderten Umweltbedingungen erfüllt werden können. Lesen Sie hier mehr dazu.

Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2025

Bei der Fichte ist der Anteil der deutlichen Kronenverlichtung leicht von 39 Prozent auf 38 Prozent gesunken. Ebenso gesunken ist der Anteil der Warnstufe von 40 Prozent auf 37 Prozent. Der Anteil der Fichten ohne Kronenverlichtungen stieg auf 25 Prozent (2024: 21 Prozent). Die mittlere Kronenverlichtung sank von 27,2 Prozent auf 25,2 Prozent. Die Absterberate der Fichte ging 2025 stark zurück, wobei in den Vorjahren durch Kalamitäten abgestorbene Altbäume in der Stichprobe durch jüngere Bäume ersetzt wurden.

Bei der Buche ist der Anteil deutlicher Kronenverlichtung mit 38 Prozent im Vergleich zum Jahr 2024 (46 Prozent) gesunken. Auf die Warnstufe entfielen 41 Prozent (2024: 36 Prozent). Der Anteil ohne Verlichtungen hat sich leicht auf 21 Prozent verbessert (2024: 18 Prozent). Die mittlere Kronenverlichtung ist auf 25,6 Prozent gesunken (2024: 28,5 Prozent). 

Bei der Kiefer zeigte sich der stärkste Anstieg der deutlichen Kronenverlichtung mit einem Anteil von 31 Prozent (2024: 24 Prozent). Auf die Warnstufe entfielen unverändert 56 Prozent. Der Anteil ohne Verlichtungen ist von 20 Prozent auf 13 Prozent gesunken. Die mittlere Kronenverlichtung stieg 2025 geringfügig von 22,5 Prozent auf 24,2 Prozent.

Bei der Eiche blieb der Anteil der deutlichen Kronenverlichtung mit 51 Prozent unverändert hoch. Der Anteil der Warnstufe stieg von 33 Prozent auf 36 Prozent. 16 Prozent der Eichen zeigen keine Verlichtungen (2024: 13 Prozent). Die mittlere Kronenverlichtung ist von 29,3 Prozent auf 30,1 Prozent leicht angestiegen.

Seit 1984 hat der Anteil der deutlichen und der mittleren Kronenverlichtung, also der sichtbare Blatt- beziehungsweise Nadelverlust, aller Baumarten zugenommen. 2019 konnten die deutlichsten Veränderungen beobachtet werden. Der Vitalitätszustand des Waldes vor den Dürrejahren 2018 bis 2020 konnte bisher nicht wieder erreicht werden. 2025 sind die sichtbaren Nadel- und Blattverluste der Baumkronen weiterhin auf einem sehr hohen Niveau und haben sich im Vergleich zu 2024 kaum verändert. Die Waldzustandserhebung wird von den Ländern auf einem systematischen Stichprobennetz durchgeführt. Das Bundesergebnis wird am Institut für Waldökosysteme des Thünen-Instituts (Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei) berechnet. Die kompletten Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2025 finden Sie hier.

Hintergrund zur Förderung des Waldumbaus

Über die Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) fördern Bund und Länder den Erhalt, die Pflege und die Entwicklung klimaresilienter Mischwälder. Für die drei GAK-Maßnahmen „Waldumbau“, „Wiederaufforstung“ und „Jungbestandspflege“ stehen in diesem Jahr bis zu 100 Millionen Euro an Bundesmitteln zur Verfügung. Das Förderprogramm „Klimaangepasstes Waldmanagement“ (KWM) ergänzt die Waldmaßnahmen der GAK und honoriert zusätzliche Klimaschutz- und Biodiversitätsleistungen im Wald. Entscheidend für die Anpassung der Wälder ist eine gezielte und nachhaltige Waldbewirtschaftung.

Quelle: angelehnt an Pressemitteilung des BMLEH vom 19.05.2026.