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ComBee – Agrarumweltmaßnahmen für Honig- und Wildbienen

Im vom BÖL und BMLEH geförderten Projekt ComBee wurde untersucht, wie sich kombinierte Agrarumweltmaßnahmen im ökologischen Landbau auf Honig- und Wildbienen auswirken.

Bombus pascuorum/ Ackerhummel. Quelle: IBV/ BLE.

Wie kann eine Agrarlandschaft gestaltet werden, die wirtschaftliche Erträge ermöglicht und gleichzeitig Nahrung sowie Rückzugsräume für Wildbienen bietet? Honigbienenvölker erbringen den Großteil der Bestäubungsleistung, die etwa im Obstbau oder beim Rapsanbau entscheidend ist. Viele solitär lebende Wildbienenarten sind hingegen hoch spezialisiert auf bestimmte Pflanzengruppen oder -arten. Von den über 500 Wildbienenarten in Deutschland gelten mehr als 60 Prozent als gefährdet.

Im vom BÖL und BMLEH geförderten Projekt ComBee der Universität Göttingen und Universität Halle-Wittenberg wurde untersucht, wie sich kombinierte Agrarumweltmaßnahmen im ökologischen Landbau auf Honig- und Wildbienen auswirken.

Fit durch Öko-Landbau

Ökologisch bewirtschaftete Flächen bieten vor allem mehr Nahrung – dank einer deutlich größeren Vielfalt an Ackerwildkräutern und breiteren Fruchtfolgen. Honigbienen konnten sich in Landschaften mit einem hohen Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen deutlich besser entwickeln; gleichzeitig ging die Anzahl relevanter Parasiten zurück. Das reduziert das Risiko einer Krankheitsübertragung auf Wildbienen. Ein möglicher Grund dafür ist der geringere Pestizideinsatz.

Grenzen von Öko-Landbau und Blühstreifen

Ab einem bestimmten Umfang hatten weder ein steigender Anteil ökologischer Bewirtschaftung noch größere einjährige Blühflächen einen signifikanten Einfluss auf die Honigbienendichte oder den Artenreichtum der Wildbienen. Insekten benötigen neben Nahrung auch naturnahe Strukturen als Rückzugsorte, Nistplätze und Überwinterungsräume. Die wirksamste Lösung ist daher die Kombination aus naturnahen Habitaten, ökologisch bewirtschafteten Flächen und Blühstreifen.

Nebeneinander von Honig- und Wildbienen

Um mögliche Konkurrenz zu untersuchen, wurde die Honigbienendichte auf den Versuchsflächen künstlich erhöht. Dabei zeigte sich eine deutlich stärkere Überlappung der genutzten Blühpflanzen zwischen Honigbienen und den ebenfalls sozial lebenden Hummeln als zwischen Honigbienen und solitär lebenden Wildbienen. In vielfältigen Agrarlandschaften können Honig- und Wildbienen aufgrund ihres unterschiedlichen Sammelverhaltens gut koexistieren.

In naturnahen Habitaten wie Naturschutzgebieten wurde jedoch festgestellt, dass der Artenreichtum der Wildbienen stärker zunahm, wenn die Honigbienendichte geringer war. Die Ergebnisse zeigen daher, dass insbesondere in Landschaften mit wertvollen naturnahen Lebensräumen die Anzahl der Honigbienenvölker begrenzt werden sollte.