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Ziegenböcke für eine vielfältige Kryoreserve gesucht!

Projektstart „KryoZiege“: Erhalt genetischer Vielfalt gefährdeter Ziegenrassen.

Quelle: GEH/ FLI.

Ab Juli 2026 startet das Projekt „KryoZiege“ in eine rund eineinhalbjährige Projektphase mit einem klaren Ziel: die genetische Vielfalt gefährdeter Ziegenrassen in Deutschland langfristig zu sichern. Im Fokus stehen die Rassen Bunte Deutsche Edelziege, Thüringer Wald Ziege und Weiße Deutsche Edelziege.

Ziel des Projekts ist es, eine breite genetische Basis an Zuchtböcken dieser Rassen zu identifizieren. Ausgewählte Tiere sollen abgesamt und ihre Spermaportionen in der Deutschen Genbank für landwirtschaftliche Nutztiere eingelagert werden, um die Populationen nachhaltig zu sichern und im Bedarfsfall wieder aufbauen zu können.

Das Projekt wird gemeinsam von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) und dem Friedrich-Loeffler-Institut, Institut für Nutztiergenetik mit Deutscher Genbank, durchgeführt. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des  Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), Projektträger ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Ein zentraler Bestandteil des Vorhabens ist die aktive Einbindung der Ziegenzuchtbetriebe. Über einen Fragebogen sollen aktuelle Betriebsdaten erhoben werden. Zusätzlich ist geplant, durch Blutproben männliche und weibliche Tiere in die genetische Analyse einzubeziehen. Dabei besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Projekt „SNovicaP“ der Universität Gießen unter Leitung von Prof. Dr. G. Lühken, um vorhandene Synergien optimal zu nutzen.

Im Rahmen von „KryoZiege“ sollen pro Rasse jeweils 100 Böcke und 100 Ziegen genetisch untersucht werden. Die Ergebnisse dieser Diversitätsstudie werden den beteiligten Betrieben zur Verfügung gestellt. Auf Basis der Auswertungen werden je Rasse etwa 10 bis 12 besonders geeignete Böcke ausgewählt, angekauft und in der Deutschen Genbank abgesamt. Ergänzend sind auch Hofabsamungen vorgesehen.

Ein Teil des gewonnenen Spermas wird als sogenannte Kernreserve ausschließlich für den Notfall gelagert, etwa zur Wiederherstellung einer gefährdeten Population. Weitere Spermaportionen sollen gezielt für die Erhaltungszucht bereitgestellt werden und somit direkt den Züchterinnen und Züchtern zugutekommen.

Das Projekt verfolgt darüber hinaus einen modellhaften Ansatz: Es soll aufzeigen, wie durch die Zusammenarbeit zwischen Genbank, Zuchtverbänden, Züchtern und der GEH eine effektive Erhaltungszucht unter Einsatz von Kryoreserven gestaltet werden kann. Die entwickelten Strategien sollen künftig auch auf andere gefährdete Nutztierrassen der Roten Liste übertragbar sein.

Ziegenhalterinnen und Ziegenhalter sind eingeladen, das Projekt aktiv zu unterstützen. 

Die Teilnahme ist unkompliziert über den folgenden Online-Fragebogen möglich: https://gehumfragen.limesurvey.net/895362?lang=de, das Formular kann alternativ per E-Mail angefordert werden.

Mit „KryoZiege“ wird ein wichtiger Beitrag zum Erhalt genetischer Ressourcen in der Landwirtschaft geleistet – und die Zukunft seltener Ziegenrassen aktiv gesichert. Wir freuen uns über eine rege Teilnahme!

 

Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an folgende Ansprechpartner:innen:

  • Antje Feldmann; Gesellschaft zur Erhaltung alter und bedrohter Haustierrassen (GEH)
  • Dr. Heiko Henning; Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Institut für Nutztiergenetik