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Vorerst keine Änderung des globalen Systems für Zugang und Vorteilsausgleich bei Nutzpflanzen

Bei der 11. Vollversammlung des Plant Treaty, die vom 24.-29. 11. in Lima tagte, konnte keine Einigung zum Multilateralen System für Zugang und Vorteilsausgleich erzielt werden.

Quelle: IISD / ENB - Andrés Felipe Carvajal Gómez

Trotz intensiver Verhandlungen in Kleingruppen reichte am Ende die Zeit nicht, um den in letzter Minute vom Vorsitzenden vorgelegten Kompromissvorschlag zu verabschieden: Dieser sah vor, dem neuen Standardvertragstext für Zugang und Vorteilsausgleich vorläufig zuzustimmen und Arbeitsprozesse zur Ausweitung der Nutzartenliste sowie zu digitalen Sequenzdaten zu beschließen. Ziel sollte sein, bei der 12. Vollversammlung 2027 das gesamte Maßnahmenpaket inklusive Zahlungsraten für Benefit-Sharing zu verabschieden. Die Vertragsstaaten konnten sich nur auf eine Kenntnisnahme des Kompromisspaketes einigen, ohne die Festlegung auf einen weiteren Prozess.

Hintergrund

Die internationale Zusammenarbeit ist unerlässlich, um die Vielfalt der pflanzengenetischen Ressourcen (PGRFA) national und global zu sichern und bereitzustellen. Durch ihre Verfügbarkeit, an ihrem Naturstandort (in situ), in Betrieben (on farm) und in Genbanken (ex situ), sind sie für die Entwicklung neuer Pflanzensorten nutzbar und tragen so zur Ernährungssicherung und Klimaanpassung bei.

Dafür spielt der Plant Treaty eine essentielle Rolle, insbesondere durch sein Herzstück, das multilaterale System (MLS). Es regelt den Zugang und den Vorteilsausgleich für 64 der weltweit wichtigsten Nutzpflanzen. Eine Weiterentwicklung dieses Systems stand im Fokus der diesjährigen Verhandlungen. Konkret ging es um die Überarbeitung des Standardvertrages zum Materialtransfer (SMTA) für den Austausch von Saat- und Pflanzgut und den Vorteilsausgleich; die Erweiterung der Liste der 64 Kulturpflanzen in Anhang I des Vertrags auf alle PGRFA; und die Behandlung weiterer Punkte im Zusammenhang mit der Umsetzung und Überprüfung des neuen Systems. Zu den umstrittensten Themen gehörten digitale Sequenzinformationen/genetische Sequenzdaten (DSI/GSD), die Erweiterung von Anhang I sowie die Zahlungsstruktur und -sätze im Rahmen des überarbeiteten SMTA.

Die Verhandlungen waren herausfordernd, nicht nur weil Änderungen des Vertrags und seiner Anhänge stets Einstimmigkeit unter den 155 Mitgliedsstaaten erfordern, sondern auch, weil die Vorstellungen, Erwartungen und Forderungen der Vertragsstaaten auch nach jahrelangen Diskussionen noch weit auseinanderlagen.

Ob die Ergebnisse der Verhandlungen in 2027 von der 12. Vollversammlung wieder aufgegriffen werden, um doch zu einer Einigung zu kommen, bleibt offen. Formal ist es jedoch nicht vorgesehen.

Weitere Informationen sowie die Verhandlungspapiere finden Sie hier.