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EURISCO erweitert Daten zu wilden Verwandten von Kulturpflanzen

Gute Nachrichten für Biodiversität und Landwirtschaft: Ein von Deutschland finanziertes ECPGR-Projekt zur Erweiterung von EURISCO ist erfolgreich abgeschlossen – inklusive einer frisch erschienenen Projektbroschüre. Im Mittelpunkt standen sogenannte Crop Wild Relatives (CWR), wilde Verwandte von Kulturpflanzen, die als genetischer Schatz für klimaresiliente und leistungsfähige Sorten gelten.

Wildpflanzen, die eng mit unseren Kulturpflanzen verwandt sind, spielen eine Schlüsselrolle für die Zukunft der Landwirtschaft. Diese sogenannten Crop Wild Relatives (CWR) verfügen über eine enorme genetische Vielfalt – etwa bestimmte Resistenzen gegen Schädlinge oder Trockenheit – und werden damit angesichts aktueller Krisen immer wichtiger. Das Europäische Kooperationsprogramm für pflanzengenetische Ressourcen (ECPGR) hat nun einen entscheidenden Schritt getan, um dieses Potenzial besser nutzbar zu machen: Der europäische Suchkatalog für pflanzengenetische Ressourcen (EURISCO), wurde erstmals systematisch um In-situ-Daten zu CWR erweitert. Begleitend dazu ist eine Projektbroschüre erschienen, die Ziele, Vorgehen und Ergebnisse anschaulich zusammenfasst. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gefördert.

Zunächst wurden europaweit gültige Grundsätze dafür erarbeitet, welche CWR-Populationen in EURISCO aufgenommen werden können – insbesondere solche, die aktiv geschützt werden und grundsätzlich für Forschung und Züchtung zur Verfügung stehen. Diese Kriterien wurden im Dokument „Principles for the Inclusion of CWR Data in EURISCO“ festgehalten und in enger Abstimmung mit dem Sekretariat des Internationalen Vertrags über pflanzengenetische Ressourcen (ITPGRFA) entwickelt. Parallel dazu einigten sich die Projektpartner auf ein standardisiertes Datenaustauschformat und benannten nationale Kontaktstellen, die den Datenfluss aus den einzelnen Ländern koordinieren.

Ein besonderer Fokus lag auf der praktischen Umsetzung: Pilotländer wurden bei der Erstellung oder Weiterentwicklung nationaler CWR-Inventare unterstützt und reichten erste Datensätze mit speziell abgestimmten EURISCO-Deskriptoren ein. Nach Prüfung und Qualitätssicherung wurden diese Informationen in EURISCO integriert. Bis Januar 2026 stellten 16 europäische Länder Daten zu mehr als 19.000 CWR-Populationen bereit – ein Meilenstein für die europäische Zusammenarbeit.

Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier.