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Buntes Ostern: Wenn Hühnerrassen selbst zu Künstlern werden

Zu Ostern gehören Eier einfach dazu – häufig bunt bemalt und verziert. Doch wussten Sie, dass einheimische Hühnerrassen ihre Eier ganz von selbst in den unterschiedlichsten Farben legen?

Bergische Kräher (links) und Breda (rechts) legen weiße bis leicht cremefarbige Eier und sind beide stark gefährdet. Foto: Armin Six.

Ostern steht vor der Tür – und damit die Zeit, in der wieder viele Eier gegessen und kunstvoll bemalt werden. Doch ein Blick auf unsere einheimischen Hühnerrassen zeigt: Die Natur ist hier oft die beste Künstlerin.

In Deutschland gibt es insgesamt 61 einheimische Hühnerrassen, die entweder hier entstanden sind oder nach Deutschland eingeführt wurden und sich über lange Zeit an die hiesigen Bedingungen angepasst haben, also mittlerweile als bodenständig gelten. Doch diese Vielfalt ist seit vielen Jahren gefährdet: Mehr als die Hälfte der Rassen (35 von 61) gelten laut der aktuellen Gefährdungseinstufung als vom Aussterben bedroht.

Dabei ist die genetische Vielfalt dieser Rassen von großer Bedeutung. Sie ermöglicht es uns, tierzüchterisch auf sich verändernde Anforderungen in der Landwirtschaft und auf Ernährungsgewohnheiten zu reagieren. Gleichzeitig sind einheimische Nutztierrassen ein wertvolles kulturelles Gut, das eng mit der regionalen Identität einer Region verbunden ist – oft erkennbar schon an den Namen der Rassen, wie etwa den Bergischen Schlotterkämmen (extrem gefährdet), den Ramelslohern (stark gefährdet) oder den Augsburgern (gefährdet).

So vielfältig wie die Rassen selbst, ist auch die Farbpalette ihrer Eier: Von elfenbeinweiß über cremefarben, braun und dunkelbraun bis hin zu gelblichen oder leicht rosafarbenen Tönen – teils sogar gesprenkelt oder getüpfelt – reicht die natürliche Vielfalt.

Wenn Sie zu Ostern Eier kaufen, achten Sie doch einmal darauf, ob Sie Eier von einheimischen Hühnerrassen entdecken können. Da die alten Rassen weniger leistungsfähig sind als moderne Züchtungen, spielen sie in der Landwirtschaft nur noch eine sehr geringe Rolle. Stattdessen werden sie häufig im Hobbybereich oder für den Eigenbedarf gehalten. Auch das trägt dazu bei, dass viele Rassen gefährdet sind – denn mit dem Rückgang der Züchterinnen und Züchter geht wertvolles genetisches und kulturelles Erbe verloren. Wenn Sie Glück haben, finden Sie die Produkte der einheimischen Hühnerrassen in einigen Hofläden.

Wenn Sie mehr über die Vielfalt einheimischer Hühnerrassen erfahren möchten, lesen Sie hier das Interview mit unserem Geflügelexperten Armin Six, der Einblicke in seinen Alltag mit der Hobbyzucht seltener Hühnerrassen gibt und über aktuelle Herausforderungen bei der Erhaltung dieser Rassen spricht.

Weitere Informationen zu den in Deutschland einheimischen Hühnerrassen sowie deren Gefährdungsstatus finden Sie in unserer aktuellen Broschüre Einheimische Nutztierrassen in Deutschland und Rote Liste gefährdeter Nutztierrassen 2025“.