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Internationales Jahr des Lachses

Das Internationale Jahr des Lachses

Lachse sind im Nordpazifik, im Nordatlantik und in der Ostsee verbreitet und stellen eine wichtige biologische und wirtschaftliche Ressource auf der nördlichen Erdhalbkugel dar. WĂ€hrend im Pazifik verschiedene Lachsarten existieren (Oncorhynchus spp.), gibt es im nordatlantischen Verbreitungsgebiet nur eine Lachspezies – den Atlantischen Lachs (Salmo salar). Gemein ist all diesen Lachsarten, dass es sich um ökologisch sehr anspruchsvolle Wanderfische handelt, die aufgrund einer Vielzahl unterschiedlicher EinflussgrĂ¶ĂŸen weltweit im RĂŒckgang begriffen sind.

Das Internationale Jahr des Lachses (IYS) ist eine Initiative die darauf abzielt, Öffentlichkeit, Politik und Wissenschaft fĂŒr die Probleme die mit dem RĂŒckgang der LachsbestĂ€nde in Verbindung stehen, zu sensibilisieren und die Forschung zum Wiederaufbau der LachsbestĂ€nde zu intensivieren. Das IYS wird auf der gesamten nördlichen Erdhalbkugel von Veranstaltungen begleitet und soll zu einem intensiven Austausch im Zusammenhang mit der Nutzung und der Erhaltung der weltweiten WildlachsbestĂ€nde fĂŒhren. Ziel ist es, neue Ideen fĂŒr die Erhaltung und das Management der LachsbestĂ€nde, in einer sich immer schneller verĂ€ndernden Welt zu entwickeln.

Das Motto des IYS lautet „Salmon and People in a Changing World“.

Die beiden federfĂŒhrenden Organisationen und Initiatoren des IYS sind die North Atlantic Salmon Conservation Organization (NASCO) und die North Pacific Anadromous Fish Commission (NPAFC).
Die NASCO und die NPAFC arbeiten derzeit mit Hochdruck an der Organisation des Internationalen Jahr des Lachses (IYS), welches als mehrjÀhrige Initiative (2018-2022) geplant ist und dessen Schwerpunkt im Jahr 2019 lag.

Die North Atlantic Salmon Conservation Organization (NASCO) ist eine Regionale Fischereiorganisation (RFO), die sich im gesamten Nordatlantischen Verbreitungsgebiet des Atlantischen Lachses fĂŒr die Erhaltung, Wiederherstellung, Förderung und ein Fischereimanagement auf Grundlage wissenschaftlicher Empfehlungen dieser Wanderfischart einsetzt.

Das Bundesministerium fĂŒr ErnĂ€hrung und Landwirtschaft (BMEL) und die Bundesanstalt fĂŒr Landwirtschaft und ErnĂ€hrung (BLE) vertreten Deutschland seit 2006 in der EU Delegation der NASCO. Das BMEL und die BLE erfĂŒllen die nationalen Berichtspflichten gegenĂŒber der NASCO und berichten im Rahmen der Deutschen NASCO-Mitgliedschaft von den Fortschritten bei der Wiederansiedlung des Lachses in Deutschland. Außerdem engagiert sich Deutschland intensiv in der EU NASCO-Delegation, um die Internationalen Entscheidungsprozesse zum Lachsmanagement im deutschen Sinne zu beeinflussen.

Deutschlands Engagement zur Wiederansiedlung des Lachses

Lachse waren auch in Deutschland bis Ende des 19. Jahrhunderts noch weit verbreitet. Leider sind alle ursprĂŒnglichen deutschen Lachspopulation in der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts ausgestorben. Mit den ursprĂŒnglichen LachsbestĂ€nden ist nicht nur eine Fischart verschwunden. Mit dem Lachs ging fĂŒr die Menschen, die an den Ufern der FlĂŒsse lebten, eine ĂŒber viele Jahrhunderte wirtschaftlich und kulturell prĂ€gende wichtige Fischerei verloren.

Bereits Ende der 1970-er Jahre begannen an NebenflĂŒssen der Unterelbe die ersten Versuche, den Lachs in Deutschland wieder heimisch zu machen. Mit der allgemeinen Verbesserung der WassergĂŒte in vielen FlĂŒssen folgten immer mehr Initiativen diesem Beispiel. Heute gibt es in den Flusseinzugsgebieten von Rhein, Ems, Weser und Elbe eine Vielzahl Wiederansiedlungsprojekte fĂŒr den Lachs, die meist in Kooperation von Landesbehörden und Fischerei- und AngelverbĂ€nden durchgefĂŒhrt werden.

Langfristiges Ziel dieser BemĂŒhungen ist es, selbsterhaltende Lachspopulationen zu entwickeln, die auch fischereilich wieder genutzt werden können. Die Wiederansiedlung ausgestorbener Fischarten ist auch ein ausgewiesenes Ziel des BMEL Fachprogramms zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung aquatischer genetischer Ressourcen

Deutschlands Beitrag zum Internationalen Jahr des Lachses

Durch AufklĂ€rungsarbeit soll das IYS das Bewusstsein dafĂŒr schĂ€rfen, was der Mensch tun kann, um Lachse und ihre vielfĂ€ltigen LebensrĂ€ume vor dem Hintergrund zunehmender UmweltverĂ€nderungen besser zu erhalten und wiederherzustellen.

In Deutschland wurde das IYS am 12. Oktober 2018 vom Parlamentarischen StaatsekretĂ€r Michael StĂŒbgen an der LachszĂ€hlstation am Siegwehr in Buisdorf offiziell bekannt gegeben. Es wurde zur aktiven Teilnahme am IYS aufgerufen. Das Internationale Jahr des Lachses stellt eine Chance dar, um ĂŒber den Lachs zu informieren, zu diskutieren und neue AktivitĂ€ten zu entwickeln, um die RĂŒckkehr der Lachse in Deutschland einen weiteren Schritt voranzubringen.

Zu der Veranstaltung waren Vertreter von Lachswiederansiedlungsprogrammen aus dem gesamten Bundesgebiet und die Presse eingeladen. Außerdem wurden Schulklassen mit Urkunden des Nordrhein-WestfĂ€lischen Lachs-Patenschaftsprogramms fĂŒr ihr besonderes Engagement im Bereich des GewĂ€sserschutzes ausgezeichnet. Abschließend wurde die Fang- und Kontrollstation am Siegwehr in Buisdorf vorgestellt.

Im Anschluss an den offiziellen Teil der Veranstaltung, hatten Interessierte die Möglichkeit sich im „Wissenshaus Wanderfische“ ĂŒber das Wanderfischprogramm im Rhein zu informieren.