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Access and Benefit Sharing

Aktuelles zu ABS/DSI

Hier finden Sie monatlich Informationen zu aktuellen Entwicklungen zu ABS und DSI. Wenn Sie die monatlichen Updates via Email bekommen möchten, dann schicken Sie uns eine kurze Nachricht, wir nehmen Sie gerne in unseren Verteiler auf. 


Juni/Juli 2022

Bericht des EU-Konsultationsforums zu ABS liegt vor:

Der Bericht des Treffens vom Mai 2022 wurde inzwischen veröffentlicht. Er enthält aktuelle Zahlen zum Stand der Umsetzung der EU-ABS-Verordnung Nr. 511/2014 in den Mitgliedsstaaten, z.B. über die Anzahl registrierter Nutzer im DECLARE-System und kann, ebenso wie die Präsentationen der EU-Kommission, unter dem nachfolgenden Link abgerufen werden: https://ec.europa.eu/transparency/expert-groups-register/screen/meetings/consult?lang=en&meetingId=42294&fromExpertGroups=true

Nagoya-Protokoll:

Neue Vertragsstaaten des Nagoya-Protokolls sind die Bahamas (seit 30. März 2022), Bahrain (seit dem 23. Mai 2022), St. Lucia (seit 12. Juni 2022) und die Ukraine (seit 16. Mai 2022). Nigeria und Marokko haben ebenfalls ratifiziert und werden in absehbarer Zeit Vertragsstaaten sein.

Verhandlungen zu ABS/DSI im Kontext des neuen Globalen Rahmens für Biodiversität nach 2020 (Post 2020 GBF)

Vom 21. bis 26. Juni 2022 fand in Nairobi die vierte Verhandlungsrunde zur Entwicklung eines neuen Globalen Rahmens für die biologische Vielfalt nach 2020 (GBF), statt. Man war sich einig, dass dringend Lösungen für die Bewältigung der drei globalen Krisen, dem Biodiversitätsverlust, der Umweltverschmutzung und dem Klimawandel gefunden werden müssen. Allen Beteiligten ist aber klar, dass noch viel Arbeit zwischen den Sitzungen geleistet werden muss, um die Chancen auf einen Konsens zu erhöhen. Unklar ist z.B. noch, ob das GBF letztendlich ein, zwei oder drei verschiedene Ziele zum Zugang und Vorteilsausgleich (ABS) enthalten soll. Die Delegierten diskutierten auch, ohne zu einem Konsens zu gelangen, ob man eine "wesentliche Erhöhung" oder eine "Erleichterung" des fairen und gerechten Vorteilsausgleichs anstreben sollte. Strittig bleibt, ob auf DSI oder genetische Ressourcen in jeglicher Form Bezug genommen werden soll und ob der Vorteilsausgleich in Übereinstimmung mit "international vereinbarten ABS-Instrumenten" oder mit "den Verpflichtungen aus dem Nagoya-Protokoll, der CBD und anderen relevanten multilateralen ABS-Übereinkommen und -Instrumenten" erfolgen soll.

Die Ergebnisse sind hier nachlesbar: https://www.cbd.int/conferences/post2020/wg2020-04/documents

UN-Biodiversitätskonferenz auf Dezember 2022 verschoben:

Die UN-Biodiversitätskonferenz wurde verschoben und soll nun vom 5. bis 17. Dezember 2022 in Montreal, Kanada, unter dem Vorsitz der chinesischen Regierung stattfinden. Im Vorfeld der Sitzung soll die Offene Arbeitsgruppe zum Post 2020 GBF zu einer 5. Sitzung zusammenkommen.

Publikationen:

Global Transformation in the Use of Biodiversity for Research and Development" 2022 von Evanson Chege Kamau veröffentlicht. Das Buch stellt die neue ABS-Gesetzgebung und -Praxis vor, zeigt den aktuellen Stand der innerstaatlichen Umsetzung des Nagoya-Protokolls und bietet Lösungen für ungelöste und neu auftretende Probleme bei der Umsetzung des Nagoya-Protokolls.


Mai 2022

  • Konsultationsforum ABS der EU-Kommission: Das Gremium aus Vertretern von Stakeholdern, Mitgliedstaaten und der Kommission tagte am 12. Mai 2022. Verbändevertreter begrüßten grundsätzlich den im Januar 2021 erweiterten Leitfaden zu Verordnung (EU) 511/2014, verwiesen jedoch auf weiterhin komplexe Sachverhalte und Rechtsunsicherheit, die es für Nutzer schwer machen, ihren Sorgfaltspflichten nachzukommen. Es wurde angeregt, die internationalen Verhandlungen zum Global Biodiversity Framework zu nutzen, um auf eine Gesamtverbesserung des Internationalen ABS Regimes hinzuwirken. Die Präsentationen der EU-KOM zu neuesten Entwicklungen sind unter diesem Link zu finden. 
  • Nagoya-Protokoll und EU-ABS-Verordnung: 
    • ​​​​​​​Marokko hat im April das Nagoya-Protokoll ratifiziert und wird somit ab 21. Juli 2022 offiziell Vertragsstaat des Nagoya-Protokolls sein (siehe ABS-Clearinghouse-Seite https://absch.cbd.int/en/countries/MA), ebenso werden Sankt Lucia und Bahrein demnächst zu den Vertragsstaaten zählen
    • Auf der Webseite des German Nagoya Protocol HuB sind neben Podcasts und Infografiken neue Informationsinhalte verfügbar, unter anderem ein Video, das aufklärt wie ABS-Konformität die Wissenschaft unterstützt.
  • Weiterer Verhandlungsprozess zu ABS/DSI bis zur UN-Biodiversitätskonferenz im Sommer 2022 in Kunming, China: ​​​​​​​​​​​
    • ​​​​​​​In Vorbereitung auf die anstehenden Verhandlungen zu Digitalen Sequenzinformationen hatte das Bundesamt für Naturschutz einen Workshop im November 2021 zu einem Workshop eingeladen: „ABS for Utilization of DSI & Possible Consequences for Open Access / Open Science“. Die Ergebnisse sind hier abrufbar.
    • Vom 21.-26. Juni 2022 wird die offene Arbeitsgruppe zum Post-2020 Global Biodiversity Framework (GBF) ein viertes Mal in Nairobi, Kenia, tagen. Auch ABS und DSI stehen auf der Tagesordnung.
    • Vom 29.06. – 1.07.2022 wir es ein technisches Treffen zum Monitoring-Rahmen des Post 2020 GBF geben, dass in Bonn stattfinden soll. Indikatoren zur Umsetzung des ABS-Ziels dürften dort ebenfalls Thema sein. Nähere Informationen unter https://www.cbd.int/article/technical-meeting-indicators-global-biodiversity-framework-bonn-germany-29-june-2022
  • Publikationen:
    • Verschiedene Organisationen veröffentlichen Fallstudien zu ABS, „lessons learned“ und andere relevante Infos rund um ABS und DSI auf der ABS-Clearinghouse-Webseite des CBD-Sekretariats, z.B. in der Übersicht

April 2022

  •    Konsultationsforum ABS der Europäischen Kommission: Die ursprünglich für 26. April vorgesehene Sitzung dieses Gremiums wurde auf den 12. Mai 2022 verschoben. Mehr als ein Jahr nach Veröffentlichung des revidierten Leitfadens zur Umsetzung der Verordnung (EU) Nr. 511/2014 bietet die Sitzung unter anderem die Möglichkeit des Erfahrungsaustauschs zwischen Betroffenen (vertreten durch europäische Nutzerverbände) und den Vertretern der Mitgliedsstaaten. Die Sitzung ist nicht öffentlich. Wenn Sie in Ihrer Arbeit mit genetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft auf Fragen oder Schwierigkeiten gestoßen sind oder positive/negative Erfahrungen mitteilen möchten, können Sie aber sich gerne bis zum 4. Mai an uns wenden, dann geben wir dies in Absprache mit dem federführenden Bundesumweltministerium gerne weiter.
     
  •     Resümee der CBD Verhandlungen zu ABS und DSI in Genf: Eines der Ziele im Post 2020 GBF adressiert den Zugang zu genetischen Ressourcen und den Vorteilsausgleich für ihre Nutzung.  In diesem Kontext wird der Umgang mit DSI kontrovers diskutiert.  Die EU hat ihre Bereitschaft gezeigt, nach einer Lösung für Benefit-Sharing aus der Nutzung von DSI zu suchen. Gleichzeitig forderte sie, dass jegliche Lösung gewährleisten muss, dass das für Wissenschaft und Forschung elementare Open-Data-Prinzip bestehen bleibt, d.h. auch offener Zugang zu DSI. Dies ist allerdings unter den Entwicklungsländern nach wie vor strittig. Einige fordern, dass auch der Zugang zu DSI von der Genehmigung der Staaten und der indigenen Bevölkerung abhängig gemacht werden müsse. Man konnte sich daher lediglich auf einen Prozess zur Weiterentwicklung und Bewertung verschiedener Politikoptionen einigen.
     
  •     Die Beschlussempfehlungen („draft recommendations“) der offenen Arbeitsgruppe zum Post 2020 GBF zu DSI,  im Rahmen des Übereinkommens über die biologische Vielfalt, können auf der Seite der CBD gefunden werden.
     
  •     Die Zeitschrift „the Guardian“ greift die oben genannte Diskussion in einem Artikel auf. Insbesondere die afrikanischen Länder sind nur dann bereit, einem ambitionierten Biodiversitätsabkommen zuzustimmen, wenn ein Finanzierungsmechanismus etabliert wird, der einen finanziellen Vorteilsausgleich für die Nutzung der Biodiversität auch in digitaler Form ermöglicht.
     
  •     Weiterer Verhandlungsprozess zu ABS/DSI bis zur UN-Biodiversitätskonferenz im Sommer 2022 in Kunming, China:

o    Ende Juni 2022 wird die offene Arbeitsgruppe zum Post-2020 Global Biodiversity Framework ein viertes Mal tagen.
o    Die Co-Vorsitzenden der Arbeitsgruppe werden auch ihr informelles Beratungsgremium nochmal einberufen, um an den DSI-Politik-Optionen weiterzuarbeiten
o    Vom 29.06. – 1.07.2022 wir es ein technisches Treffen zum Monitoring-Rahmen des Post 2020 GBF geben, dass in Bonn stattfinden soll: siehe https://www.cbd.int/article/technical-meeting-indicators-global-biodiversity-framework-bonn-germany-29-june-2022).    

Bei Anregungen und Fragen, insbesondere im Kontext genetischer Ressourcen für Ernährung  und Landwirtschaft, können Sie sich gerne an uns wenden. Informationen zu ABS/DSI auch unter https://genres.de/access-and-benefit-sharing.


März 2022

  • Zu Fragen der Umsetzung der VO (EU) Nr. 511/2014 findet am 26. April zum 8. Mal ein „ABS Consultation Forum“ statt (von 13:30 bis 17:30 in einer Hybridveranstaltung). Die Veranstaltung ist nicht öffentlich. Eingeladen sind hier europäische Organisationen, die die Interessen verschiedener Nutzergruppen dort vertreten. Falls Sie besondere Anliegen haben, besteht die Möglichkeit, dass Sie sich an eine dieser Organisationen wenden. Die Liste der Mitglieder dieses Gremiums finden Sie unter https://ec.europa.eu/transparency/expert-groups-register/screen/expert-groups/consult?do=groupDetail.groupDetail&groupID=3396&NewSearch=1&NewSearch=1.
  • Das DSI-Wissenschaftsnetzwerk (2020 gegründet, um der Wissenschaft in der DSI-Diskussion eine Stimme zu verleihen) hat einen Offenen Brief zur Unterzeichnung veröffentlicht (https://www.dsiscientificnetwork.org/open-letter/) und ruft Wissenschaftler dazu auf, sich zu beteiligen, um auf die essentielle Bedeutung von offenem Zugang zu digitalen Sequenzinformationen über genetische Ressourcen hinzuweisen. Das Netzwerk will zum Verständnis der politischen Entscheidungsträger und anderer Interessengruppen für DSI, ihre Anwendungen und ihren Beitrag zur Forschung, zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und zur öffentlichen Gesundheit beitragen.
  • Falls Sie am 15. März 2022 die Veranstaltung „Auf dem Weg zur Weltnaturkonferenz – welche Weichen für die deutsche und europäische Politik gilt es jetzt zu stellen?“ verpasst haben, können Sie sich die Aufzeichnung der Veranstaltung des Netzwerk Forum Biodiversität und der Dt. Stiftung Umwelt hier anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=QB18st6iZ4s.
  • Über den Verhandlungsverlauf im Rahmen des Übereinkommens über biologische Vielfalt zu ABS und DSI  (die Vorbereitungsgremien tagen derzeit in Genf) können Sie sich im Newsletter des „International Institute for Sustainable Development" einen Überblick verschaffen https://enb.iisd.org/cbd-sbstta24-sbi3-global-biodiversity-framework.

 


Februar 2022

 


Januar 2022

  • Die 24. Sitzung des Subsidiary Body on Scientific, Technical and Technological Advice (SBSTTA 24), die 3. Sitzung des Subsidiary Body on Implementation (SBI 3) und die 3. Sitzung der Offenen Arbeitsgruppe (OEWG 3) zum Post 2020 GBF sind aktuell vom 13. -29.03.2022 in Genf geplant, aufgrund der immer noch akuten Pandemielage als Hybridveranstaltung mit reduzierter Teilnehmerzahl vor Ort.
    Mehr Informationen unter: https://www.cbd.int/article/2022-january-geneva-meetings-postponed
  • In Vorbereitung auf diese Sitzungen veranstaltet das CBD-Sekretariat eine Reihe von einführenden Webinaren. Zum Thema „Digitale Sequenzinformationen“ wird in Vorbereitung auf diese Sitzungen am 3. März 2022 ein Webinar geben, auf dem die Arbeitsdokumente vorgestellt werden. Weitere Informationen werden unter https://www.cbd.int/article/pre-geneva-2022-webinars jeweils aktualisiert.

Dezember 2021

  • Die CBD verschiebt die Sitzungen ihrer beiden Nebenorgane und der Arbeitsgruppe zum post 2020 Biodiversitätsrahmen. Die ursprünglich für Genf, vom 12. bis 28. Januar 2022 geplanten physischen Veranstaltungen der wiederaufgenommenen Sitzungen der 24. Sitzung des Subsidiary Body on Scientific, Technical and Technological Advice (SBSTTA 24), der 3. Sitzung des Subsidiary Body on Implementation (SBI 3) und der WG2020-3 werden zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr 2022 stattfinden. Das Sekretariat prüft derzeit Optionen für Termine im März und wird zu gegebener Zeit weitere Informationen bereitstellen. Mehr Informationen unter: https://www.cbd.int/article/2022-january-geneva-meetings-postponed
  • DFG veröffentlicht Erläuterungen zum Nagoya Protokoll für wissenschaftliche Einrichtungen: Das Papier verfolgt das Ziel, Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen einen Leitfaden zur compliance mit den rechtlichen Vorgaben zur Forschung an genetischen Ressourcen an die Hand zu geben. Insbesondere soll das Dokument einen Überblick über die verschiedenen rechtlichen Ebenen ermöglichen. Die Publikation „Erläuterungen zum Umgang mit den rechtlichen Vorgaben des Nagoya-Protokolls und der Verordnung (EU) Nr. 511/2014 in Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen“ wurde von der ständigen Senatskommission für Grundsatzfragen der biologischen Vielfalt der Deutschen Forschungsgemeinschaft veröffentlicht und ist hier zugänglich: https://www.dfg.de/dfg_profil/gremien/senat/biologische_vielfalt/
  • Neues / aktualisiertes ABS-Infoangebot des BfN: https://www.bfn.de/nagoya-protokoll
  • Auch die Informationsplattform Nagoya Protocol HuB hat ihre Inhalte aktualisiert und feiert zudem ihr einjähriges Bestehen. Die Plattform stellt Informationen in verschiedenen Formaten bereit, wie etwa Podcasts, Videos, oder Infographiken.
  • Artikel zur DSI Debatte: https://www.laborjournal.de/editorials/2381.php

November 2021

  • Am 23.11.2021  (15.00 - 17:00 Uhr in Deutschland) findet ein Webinar des CBD Sekretariats zum Thema “Proposed headline indicators for access and benefit-sharing: Goal C and Target 13 of the draft post-2020 global biodiversity framework” statt. Dieses Webinar steht im Kontext der Verhandlungen eines Globalen Biodiversitätsrahmens für die Zeit nach 2020 und speziell zu dem unterstützenden Set von Indikatoren. Es fokussiert auf Indikatoren für die ABS bezogenen Ziele des Rahmenwerks.
  • Aufzeichnungen kürzlich durchgeführter Webinare zu DSI:
    • The interplay between Open Science, open access to data, database terms and conditions, and potential options for tracking and tracing (13. Oktober 2021 https://youtu.be/F_iSEW9mKRA)
    • Traceability of digital sequence information on genetic resources (DSI) (2. November 2021, https://youtu.be/Rq1aZWkdwu0)
  • In Vorbereitung auf die 15. Vertragsstaatenkonferenz der CBD sowie der Treffen der zugehörigen Protokolle im Mai 2022, werden die bislang nur virtuell begonnenen Vorbereitungsgremien ab 12. Januar 2022 in Genf fortgesetzt. Die Verhandlungsunterlagen hierfür müssen 6 Wochen vorher veröffentlicht werden. Zum Thema DSI haben die Ko-Vorsitzenden der Offenen Arbeitsgruppe ein informelles Beratungsgremium gebildet, um potentielle Politikoptionen zu DSI zu analysieren, Konsens- sowie Dissenz-Bereiche in den Positionen  zu identifizieren. Die Ergebnisse dieser Konsultationen werden für Anfang Dezember erwartet.
  • Die International Nucleotide Sequence Data Collaboration (INSDC) hat gestern angekündigt, dass die INSDC-Datenbankenbis Ende 2022 sicherstellen will, dass alle neu eingehenden Sequenzen mit einer räumlich-zeitlichen Annotation versehen werden. Dazu sollen sukzessive neue Anforderungen für neue Sequenzeinreichungen eingeführt werden. Nutzer werden hierzu auch um Feedback gebeten. Nähere Informationen finden Sie unter https://www.insdc.org/spatio-temporal-annotation-policy-18-11-2021.

 


Oktober 2021

  • Die FAO-Kommission für genetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft hat eine Studie in Auftrag gegeben, die analysieren sollte, inwieweit Länder bei ihren ABS-Regelungen die Besonderheiten bei genetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft berücksichtigen. Sie enthält nützliche Links zu ABS-Gesetzen, die vlt. auch für Sie von Interesse sein können. Zur Studie: https://www.fao.org/documents/card/en/c/cb6525en. Auf ihrer 18. Sitzung, die vom 27.09.-01.10.2021 virtuell stattfand, beschloss die Kommission darüber hinaus, zusammen mit den Sekretariaten des Internationalen Vertrags über pflanzengenetische Ressourcen (Plant Treaty) sowie des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD), einen internationalen Workshop durchzuführen um das Bewusstsein über die Besonderheiten/Herausforderungen bei der Umsetzung von ABS Maßnahmen bei genetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft zu schärfen. Nähere Informationen folgen, wenn dieser Termin konkretisiert ist.
  • Bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird derzeit über alternatives ABS-Instrument für Krankheitserreger nachgedacht, das – anders als das Nagoya-Protokoll nicht nur ermöglichen sondern vorschrieben würde, dass Krankheitserreger zeitnah ausgetauscht werden können. Die EU unterstützt einen solchen Vertrag zur Pandemieprävention. Weitere Informationen unter https://www.consilium.europa.eu/de/policies/coronavirus/pandemic-treaty/#
  • Am 2. November findet ein Webinar zum Thema „Traceability of DSI on Genetic resources”  statt. Näheres unter https://absch.cbd.int/articles/61799004b9cfc70001893c3f
  • Das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) hat aus Mitteln des Global Environment Fonds (GEF) eine Broschüre zum Thema  „Theory to Practice under the Nagoya Protocol“ veröffentlicht, siehe auch https://absch.cbd.int/articles/616e20f95f8f430001b781aa.

 


August/September 2021

  • Umsetzung des Nagoya-Protokolls in Deutschland: Der Bericht des Workshops „Nagoya Protokoll: Unterstützende Beratungsstelle für den Sektor “Akademische Forschung”, der vom 17.-18. Juni 2021 stattgefunden hat, ist jetzt online abrufbar unter: https://www.nagoyaprotocol-hub.de/library/#hub-documents
  • Auf der virtuellen Auftaktsitzung der „Offenen Arbeitsgruppe zum Post 2020 global Biodiversity Framework“ (OEWG-3), die vom 23. August bis zum 3. September 2021 stattfand, tauschten die Vertragsstaaten der CBD sowie angemeldete Beobachter erstmals ihre Ansichten darüber aus, ob und wie das Thema „DSI“ im Post 2020 GBF adressiert werden soll. Es fand keine Verhandlung statt. Die gemachten Textvorschläge wurden gesammelt und in die Berichte aus den stattgefundenen Unterarbeitsgruppen aufgenommen. Verhandlungen zum Thema finden erst bei dem derzeit für Mitte Januar in Genf geplanten 2. Teil der Arbeitsgruppensitzung statt. Für die Zeit bis zu den Vor-Ort-Verhandlungen haben die Ko-Vorsitzenden der Offenen Arbeitsgruppe ein informelle Beratungsgremium gebildet, um potentielle Politikoptionen zu DSI zu analysieren, Konsens- sowie Dissenz-Bereiche in den Positionen  zu identifizieren, und schließlich Themen, die in der Zeit zwischen OEWG-3 (Teil 2) und der Vertragsstaatenkonferenz der CBD (COP-15, Teil 2) noch bearbeitet werden müssen.
  • Die UN-Biodiversitätskonferenz (also die Vertragsstaatenkonferenz der CBD sowie seiner Protokolle), wird im Oktober (11.-15- Oktober 2021) mit einem High Level Event zunächst virtuell eröffnet, um dann in einem 2. Teil vor Ort in Kunming (China) vom 25. April bis 8. Mai 2022 die eigentlichen Verhandlungen zu starten. In diese Verhandlungen werden die im Januar zu erwartenden Verhandlungsergebnisse aus den bisher nur virtuell gestarteten Vorbereitungsgremien einfließen. Nähere Informationen finden sich auf der CBD-Webseite https://www.cbd.int/
  • Die in dem globalen Webinar (“Preparing for the CBD negotiations on DSI” am 26. Juli 2021) vorgestellten Ergbnisse einer Serie von informellen Dialogveranstaltungen bis Mitte 2021 zum Thema DSI sind über YouTube abrufbar unter https://www.youtube.com/watch?v=oEa4_i6DX0s
  • Im Fachjournal „Welternährung“ erschien im Juni 2021 eine Artikel von Dan Leskien zum Thema „Das ‚grüne Gold‘ und die Folgen der Digitalisierung“ (siehe https://www.welthungerhilfe.de/welternaehrung/rubriken/klima-ressourcen/gruenes-gold-im-digitalen-zeitalter/ oder auf englisch unter https://www.welthungerhilfe.org/news/latest-articles/2021/green-gold-going-digital/)

 


Juli 2021

  • Aktuell wurde der erste detaillierte Entwurf zum Globalen Biodiversitätsrahmen für die Zeit nach 2020 veröffentlicht sowie ein separates Verhandlungspapier zu DSI. Diese Dokumente bilden die textliche Grundlage für die internationalen Verhandlungen bei der kommenden dritten Sitzung der „Open-ended Working Group“ (OEWG-3) vom 23. August bis zum 3. September 2021. Weitere Informationen sind unter https://www.cbd.int/article/draft-1-global-biodiversity-framework zu finden und konkrete Verhandlungstexte unter https://www.cbd.int/conferences/post2020/wg2020-03/documents.
  • Stichwort Nutzerkontrollen: In unserem letzten Rundbrief haben wir bereits auf den Podcast des Nagoya Protocol HuB hingewiesen, der den Zweck und den Ablauf der Kontrollen näher beleuchtet. Trotz verschiedenster Aufklärungsarbeit, gibt es weiterhin Unklarheiten bezüglich der Erfüllung der Sorgfaltspflichten der Nutzer von genetischen Ressourcen, weshalb dieser Punkt nochmals von uns aufgegriffen wird.
  • Bei Nichteinhaltung der Sorgfaltspflicht können beispielsweise einem Forschungsinstitut verschiedene Konsequenzen drohen, je nach Tatbestand. Dazu zählen:
    • das Nutzungsverbot des genetischen Materials und dessen Ergebnisse sowie dessen Beschlagnahme;
    • das Verbot, die zugehörigen Forschungsergebnisse zu publizieren;
    • eine Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro

Um dies zu verhindern gilt es bei dem Konzept der „gebotenen Sorgfalt“ um Gründlichkeit und bestmögliches Bemühen, erforderliche Informationen im Zusammenhang mit der genetischen Ressource zu beschaffen. Konkret bedeutet das, dass auch Begründungen und Nachweise aufbewahrt werden sollen, warum Materialien nicht in den Anwendungsbereich der EU-VO fallen.

  • Im Rahmen des Generalkongresses der Europäischen Gesellschaft für Züchtungsforschung (EUCARPIA) vom 22-27 August findet am 26. eine Plenumssitzung zum Thema: „Züchtung in der Nagoya-Ära: Innovation vs. Regulierung“ statt, innerhalb der Elizabeth Karger (DSMZ) über das Nagoya-Protokoll und dessen Bedeutung für die Pflanzenforschung sprechen wird. Weitere Informationen zur Veranstaltung und zum Programm finden Sie unter https://eucarpia2020.org/program.php
  • Das Bundesamt für Naturschutz stellt eine Anzahl ihrer neuen Publikation: “The contribution of Access and benefit-sharing (ABS) to the Sustainable Development Goals - Lessons learned and best practices" zur Verfügung. Bei Interesse an einem kostenlosen Exemplar können Sie direkt auf das BfN zukommen (nagoya-cna@bfn.de). Mehr Informationen zur Publikation gibt es auf der Webseite des BfN: https://www.bfn.de/themen/nagoya-protokoll-nutzung-genetischer-ressourcen/aktuelles.html. Die Publikation steht ebenfalls digital unter https://absch.cbd.int/pdf/documents/resource/ABSCH-VLR-SCBD-253097/9 zur Verfügung.