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Netzwerk genetische Erhaltungsgebiete Grünland

Netzwerk genetische Erhaltungsgebiete Grünland

Grünlandgemeinschaften im weiteren Sinne und hier im Besonderen die Kalkmagerrasen und Feuchtwiesen auf kalkreichen Grundwassermoorstandorten gelten als die artenreichsten Lebensgemeinschaften der mitteleuropäischen Kulturlandschaft. Neben ihrem landwirtschaftlichen Wert haben sie auch einen immensen Wert hinsichtlich ihrer ökosystemaren Dienstleistungen bzw. landschaftsökologischen Funktionen, angefangen vom Kohlenstoffspeicher durch Humusanreicherung bis hin zum Nahrungshabitat für Blütenbestäuber. Der Wert der ökosystemaren Dienstleistung hängt dabei sowohl von der Artenvielfalt als auch vom Alter bzw. der Kontinuität der Grünlandnutzung ab.

Das Ende 2019 abgeschlossene Modell- und Demonstrationsvorhaben "Identifikation und Erhaltung historisch alten Grünlands" hat am Beispiel zweier Grünland dominierter Naturräume in Südwestdeutschland (Schwäbische Alb und südliches Alpenvorland) Kriterien und Standards zur Identifikation und Erhaltung historisch alten Grünlands erarbeitet. Mit Hilfe dieser Kriterien wurde ein Spenderflächenkataster zur Erhaltung historisch alten Grünlands erstellt.  Die Grünlandstandorte, die aufbauend auf den Ergebnissen der Studie ausgewählt wurden, können nicht nur als Spenderflächen für Regiosaatgut dienen, sondern enthalten zudem Arten, die für die Pflanzenzüchtung relevant sind. Züchtungsrelevante Gräserarten, die während des Projektes auf diesen Flächen gesammelt wurden, werden in der Genbank des Leibniz Institutes für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) erhalten.

Über 20 der Grünlandflächen wurden als potentielle genetische Erhaltungsgebiete empfohlen. Die Ausweisung und die Einbindung dieser Gebiete als regionales Grünlandnetzwerk in das Netzwerk Genetische Erhaltungsgebiete Deutschland ist in Vorbereitung.