Weinbausteillagen als Biodiversitäts-Hotspot

Die Steillagen an der Mosel sind bekannt für ihren Weinbau und die dramatische Landschaft. Durch ihren besonderen Lebensraum bieten sie einer großen Artenvielfalt Rückzugsmöglichkeiten. Das Projekt „Biodiversität in Weinbausteillagen“ forscht seit 2011 zu dem Thema und bietet spannende Erkenntnisse.

Steilhang mit Weinbau und verschiedenen Pflanzen als Begrünung
Quelle: JKI

Untersucht wurden verschiedene Aspekte der Biodiversität: Ein umfangreiches Monitoring zu Wildbienen und Tagfaltern ergab, dass mehr als 170 Wildbienenarten und 58 Tagfalterarten sich an der Mosel wohlfühlen. Viele der identifizierten Arten stehen auf der Roten Liste Deutschlands.

Auch die Schwarzholzkrankheit, die von wärmeliebenden Zikadenarten auf Weinreben übertragen wird, ist ausführlich untersucht worden. Die Ergebnisse münden in Empfehlungen für die Weinbauer, wie sie den Krankheitsdruck durch gezielte Maßnahmen möglichst niedrig halten können. Dabei hilft beispielsweise eine geschlossene Vegetationsdecke auf Brachflächen.

Auch alte Rebstöcke gibt es noch an der Mosel. Im Projekt wurden mehr als 1.600 Exemplare der Sorten Riesling und Elbling zusammen mit der Hochschule Geisenheim untersucht, die zwischen 1880 und 1944 gepflanzt worden sind. Dabei fielen große Unterschiede in Eigenschaften wie Traubenstruktur oder Mostgewicht auf und weisen damit auf eine große genetische Vielfalt innerhalb dieser Sorten an der Mosel hin. Die Eigenschaften der alten Rebstöcke können den altbekannten Sorten helfen, widerstandsfähigere Klone für die aktuellen Herausforderungen im Anbau zu züchten und den beliebten Riesling für die Zukunft zu erhalten. Die im Projekt selektionierten Klone stehen für die Anbauer zur Verfügung.

Das Projekt „Biodiversität in Weinbausteillagen“ wurde von 2011 bis Ende 2022 vom BMEL über den Projektträger BLE gefördert. Projektpartner sind das Fachinstitut für Pflanzenschutz in Obst- und Weinbau des Julius Kühn-Instituts am Standort Siebeldingen mit der Versuchsstation Bernkastel-Kues, das DLR Mosel und das Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut (SDEI).

Hier finden Sie den Flyer zum Projekt.