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Invasive Arten auf dem Vormarsch

Foto: Monika Winkler

Bei der zehnten Vollversammlung des Weltbiodiversitätsrates IPBES (Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) in Bonn, vom 28. August bis 2. September 2023, verhandelten die 143 Mitgliedsstaaten schwerpunktmäßig den Bericht zu invasiven gebietsfremden Arten und ihrer Kontrolle.

Etwa 90 international führende Experten und Expertinnen aus 49 Ländern trugen dafür in mehr als vier Jahren den weltweit aktuellen Wissensstand zusammen. Demnach wird die Gefahr, die für die Biodiversität von invasiven Arten ausgeht, häufig unterschätzt oder gar nicht wahrgenommen. Durch verschiedene menschliche Aktivitäten, wie den weltweiten Handel und den Reiseverkehr, wurden mehr als 37.000 gebietsfremde Arten weltweit in neuen Regionen eingeführt. Etwa 3.500 davon sind schädliche invasive gebietsfremde Arten, die eine ernsthafte Bedrohung für einheimische Arten und die Natur und dadurch schließlich den Menschen darstellen. Sie drängen einheimische Arten zurück, in dem sie ihre Lebensgrundlagen und Nahrungsversorgung schädigen oder sie sind Fressfeinde. Sie sind deshalb mit anderen Ursachen direkt verantwortlich für den anhaltenden Verlust der biologischen Vielfalt. Darüber hinaus können sie auch für den Menschen gefährliche Krankheiten übertragen wie beispielsweise Malaria oder Zika. Weltweit nehmen invasive gebietsfremde Arten und ihre Auswirkungen rasch zu und es wird vorhergesagt, dass sie auch in Zukunft weiter zunehmen werden. Die bereits etablierten gebietsfremden Arten werden ihr Verbreitungsgebiet zukünftig weiter ausbreiten und der Klimawandel wird die Situation noch verschärfen.

Die jährlichen Kosten der Schäden und der Managementmaßnahmen belaufen sich auf 423 Milliarden Dollar, dieser Betrag hat sich seit 1970 in jedem Jahrzehnt vervierfacht. Der Bericht gibt auch Empfehlungen, was zu ihrer Eindämmung unternommen werden sollte. So können effektives Management wie Früherkennung, Ausrottung, Eindämmung und wirksame Kontrolle oder auch die Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen die negativen Auswirkungen von invasiven Arten abschwächen. Prävention und Vorsorge sind jedoch die besten und kosteneffizientesten Optionen. Eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit und sofortiges sowie nachhaltiges Handeln sind dafür erforderlich.

Außerdem wurden auch Beschlüsse zur Zusammenarbeit mit dem Weltklimarat und dem zukünftigen Arbeitsprogramm des Weltbiodiversitätsrates in den nächsten Jahren gefasst. So soll ein zweiter globaler Bericht zum Zustand der Biodiversität und Ökosystemleistungen, ein Bericht zum Monitoring und ein Bericht zu Raumplanung und Konnektivität erstellt werden.

www.ipbes.net