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On-farm-Bewirtschaftung

Den Geschmack von Regionen erleben

Viele Kulturpflanzen werden bereits seit hunderten von Jahren genutzt und kontinuierlich weiterentwickelt. Durch die stĂ€ndige Auslese der Individuen fĂŒr die weitere Nutzung entstand eine regional angepasste große Vielfalt ausgewĂ€hlter Landsorten. Im Zuge der Globalisierung der MĂ€rkte und der Konzentrationsprozesse in Land- und ErnĂ€hrungswirtschaft sind in Deutschland zahlreiche Kulturpflanzenarten und -sorten aus dem großflĂ€chigen Anbau verschwunden. Deshalb gilt es die noch vorhandene, regionaltypische Vielfalt der Kulturpflanzensorten zu erhalten und nachhaltig zu nutzen.

Den Wert der Vielfalt vor der HaustĂŒr wiederentdeckt

In den 80er Jahren des 20. Jhd. wurden Vereine gegrĂŒndet, die sich der Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt verschrieben haben. Bis heute konnte von diesen Vereinen und Initiativen ein betrĂ€chtlicher Teil der in Deutschland noch im Anbau oder in Genbanken existenten Kulturpflanzenvielfalt in der Nutzung gehalten oder wiedereingefĂŒhrt werden. Auch wurde gesundes Pflanzenmaterial seltener und alter Sorten fĂŒr neue Herausforderungen weiterentwickelt. In einzelnen FĂ€llen konnten alte Sorten als Erhaltungs- oder Amateursorte auch wieder erfolgreich vermarktet werden.
Um die Maßnahmen zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen zu unterstĂŒtzen, fĂŒhrt das IBV die Rote Liste der gefĂ€hrdeten einheimischen Nutzpflanzen in Deutschland. Diese soll dazu dienen, den Wert der Vielfalt vor der HaustĂŒr wieder zu entdecken.

Erfolgreich vermarkten – aber wie?

Durch die 2009 verabschiedete Erhaltungssortenverordnung wurde die gesetzliche Voraussetzung geschaffen, Saatgut von Landsorten und anderen Sorten landwirtschaftlicher Arten sowie GemĂŒsearten, die von Interesse fĂŒr die Erhaltung genetischer Ressourcen sind, unter erleichterten Bedingungen zuzulassen und zu vertreiben. Dies war eine wichtige Voraussetzung, um die On-farm-Bewirtschaftung von Sorten, die keine saatgutrechtliche Zulassung mehr besitzen, zu ermöglichen. Voraussetzung dafĂŒr ist allerdings, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen den Besonderheiten dieser Nischenprodukte Rechnung tragen.
Zur Weiterentwicklung der Roten Liste und um die Vermarktung von bedrohten Nutzpflanzenarten und –Sorten zu unterstĂŒtzen, werden vom BMEL verschiedene Projekte gefördert. Im Folgenden werden drei Projekte kurz beschrieben.

Seiten-Titel: Historisch genutztes GemĂŒse

Seiten-Beschreibung:

Erstmals in Deutschland wurden wissenschaftliche Forschungen durchgefĂŒhrt, um die GemĂŒsevielfalt in der Zeit zwischen 1836 bis 1956 zu erfassen und mit den heutigen SaatgutverfĂŒgbarkeiten abzugleichen. Es zeigte sich eine Vielfalt von rund 7.000 alten GemĂŒsesorten und Arten.

Seiten-Titel: ZenPGR

Seiten-Beschreibung:

In diesem Vorhaben sollen alte und aktuell nicht mehr im Handel befindliche GemĂŒsesorten wieder vermarktet und fĂŒr den Verbraucher erschlossen werden. Neben der Vermarktung der GemĂŒsesorten, ist weiterhin deren Erhaltung und die Nutzung in der ZĂŒchtung Ziel des Projektes.

Seiten-Titel: Sortenvielfalt im Bioladen

Seiten-Beschreibung:

Von den ursprĂŒnglich rund 7.000 in Deutschland heimischen GemĂŒsesorten ist ein großer Teil verschollen, oder steht auf der Roten Liste und ist vom Aussterben bedroht. Das Projekt „Vielfalt schmeckt“ will gemeinsam mit Ihnen einige dieser Sorten retten.