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Erhaltung und Nutzung

Maßnahmen zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung forstlicher Genressourcen

Bei der Bewirtschaftung der W√§lder sollen die Grunds√§tze und Notwendigkeiten der Erhaltung forstlicher Genressourcen ber√ľcksichtigt werden. Den Schwerpunkt der Ma√ünahmen zur Erhaltung forstlicher Genressourcen bilden in Deutschland In-situ-Ma√ünahmen. Erg√§nzend kommen die gezielte Ausweisung von Generhaltungsobjekten und Ex-situ-Ma√ünahmen (z.B. Saatgutlagerung, Samenplantagen) hinzu.
Bei den Hauptbaumarten (Gew√∂hnliche Fichte, Wald-Kiefer, Rot-Buche und Eichen) geschieht die Erhaltung vorrangig im Rahmen der nachhaltigen Bewirtschaftung der W√§lder durch Pflege und Naturverj√ľngung an Ort und Stelle sowie Saat und Pflanzung mit standortangepasstem Vermehrungsgut.

Bis 2013 wurden in situ √ľber 320 Ma√ünahmen auf einer Fl√§che von mehr als 32.600 ha bei rund 100 Baum- und Straucharten durchgef√ľhrt. Dar√ľber hinaus gab es √ľber 100 Ex-situ-Ma√ünahmen, die eine Fl√§che von 1.250 ha bei rund 55 Baum- und Straucharten betrafen.

Bei seltenen Baum- und Straucharten ist meist eine gezielte Erfassung und genetische Charakterisierung der Vorkommen notwendig, um dann √ľber die Erhaltungsma√ünahmen z.B. Erhaltungsplantage zu entscheiden. Dabei gelten Baumarten als selten, wenn sie einen Fl√§chenanteil von unter 1% haben. Oft sind sie auch in ihrem Erhalt bedroht, vor allem in den Randgebieten der nat√ľrlichen Verbreitung.

Im Rahmen von Erfassungen und genetische Untersuchungen wurden die folgenden seltenen Arten deutschlandweit bearbeitet: Eibe, Elsbeere, Flaumeiche, Feldehorn, Gr√ľnerle, Grauerle, Traubenkirsche, Speierling, Wildapfel, Wildbirne, die Ulmen-Arten und Schwarz-Pappel.

Allgemein sind zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der forstlichen Genressourcen spezielle Maßnahmen notwendig. Die wichtigsten Maßnahmen sind:

  • Erfassung und Evaluierung vorhandener forstlicher genetischer Ressourcen (Inventuren, ph√§nologische und genetische Charakterisierung)
  • In-situ-Ma√ünahmen (Naturverj√ľngung, Erhaltung von Best√§nden und Einzelb√§umen, Saat und Pflanzung im Wald)
  • Ex-situ-Ma√ünahmen (Generhaltungssamenplantagen, Klonsammlungen, Saatgut- und Pollenlagerung, generative und vegetative Vermehrung)
  • Erhaltung im Rahmen der Nutzung (Verj√ľngung, Bestandespflege, Holzernte)
  • Gemeinsame Forschungsprojekte.

Neben anderen Zielsetzungen tr√§gt ein Netz mit √ľber 700 Naturwaldreservaten auch zur Erhaltung forstlicher Genressourcen bei.

Im Rahmen der multifunktionalen Forstwirtschaft erfolgt die nachhaltige Nutzung forstlicher Genressourcen zur Erbringung der Nutz-, Schutz- und Erholungsleistung des Waldes. Neben dem Standort und der waldbaulichen Behandlung bildet eine m√∂glichst hohe biologische Vielfalt der W√§lder eine entscheidende Grundlage f√ľr ihre Leistungsf√§higkeit. Vor allem genetische Anpassungsf√§higkeit und Angepasstheit gew√§hrleisten eine f√ľr alle Nutzungen notwendige Stabilit√§t der W√§lder, insbesondere sichern sie das Reaktionsverm√∂gen der W√§lder durch Resistenz gegen biotische und abiotische Schadfaktoren.

Hier hilft das Forstvermehrungsgutgesetz (FoVG) mit seinen Durchf√ľhrungsbestimmungen die Verf√ľgbarkeit von hochwertigem und identit√§tsgesichertem forstlichem Vermehrungsgut sicherzustellen um den Wald in seiner genetischen Vielfalt zu erhalten und die Leistungsf√§higkeit der Forstwirtschaft zu f√∂rdern.
Aus dem sich vollziehenden Klimawandel ergeben sich dabei erhöhte Anforderungen.

Detailierte Informationen zu forstlichen Genressourcen untergliedert in:
‚ÄĘ    Nationales Inventar,
‚ÄĘ    Erhaltung/Nutzung/Monitoring
‚ÄĘ    Naturw√§lder
‚ÄĘ    Zulassungsregister und Daten zum Ernte und Handel mit forstlichem Vermehrungsgut
finden sich hier.