Springe zum Hauptinhalt der Seite

Fachportale

Internationale Zusammenarbeit

Internationale Zusammenarbeit

Vor dem Hintergrund der nach wie vor weltweit fortschreitenden Waldzerst√∂rung besteht die oberste Priorit√§t der internationalen Waldpolitik darin, einen wirksamen Beitrag zu leisten, die Entwaldung und weitere Degradation der W√§lder aufzuhalten. Dies ist gleichzeitig ein wichtiger Beitrag zu den international abgestimmten UN-Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals; SDGs) sowie zum Schutz des Klimas, zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und zur Bek√§mpfung der W√ľstenbildung aber auch zum Ziel der Armutsbek√§mpfung, insbesondere in den l√§ndlichen Gebieten.

Europ√§isches Programm f√ľr forstgenetische Ressourcen (EUFORGEN)
Deutschland ist von Beginn an am Europ√§ischen Programm f√ľr Forstliche Genetische Ressourcen (European Forest Genetic Resources Programme - EUFORGEN) beteiligt.

EUFORGEN hat das Ziel, die Erhaltung und nachhaltige Nutzung forstlicher genetischer Ressourcen zum Wohle gegenw√§rtiger und k√ľnftiger Generationen zu f√∂rdern. Die Mitgliedsstaaten arbeiten darin auf freiwilliger Basis zusammen, um die Erhaltung forstlicher genetischer Ressourcen in situ und ex situ zu f√∂rdern, Ma√ünahmen zu koordinieren, Ideen auszutauschen und Informationen zu verbreiten.

EUFORGEN wird durch die Mitgliedsstaaten finanziert und durch das Europ√§ische Forst Institut (EFI) in Zusammenarbeit mit der Forstabteilung der Ern√§hrungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) koordiniert. Internationale Aktivit√§ten werden zwischen den einzelnen Staaten abgestimmt. Die Aufsichtsfunktion liegt bei einem Steuerungs-Komitee, das sich aus den nationalen Koordinatoren zusammensetzt. Das Institut f√ľr Forstgenetik des Th√ľnen-Instituts stellt den nationalen Koordinator Deutschlands.

Europ√§isches Informationssystem f√ľr forstgenetische Ressourcen (EUFGIS)
Das Europ√§ische Informationssystem f√ľr forstgenetische Ressourcen (European Information System on Forest Genetic Resources; EUFGIS) hat die Aufgabe, die Dokumentation forstgenetischer Ressourcen im paneurop√§ischen Raum zu verbessern. EUFGIS wird im Rahmen von EUFORGEN weiterentwickelt und gepflegt. Die Datenbank dient als Dokumentationsplattform f√ľr Nationale Inventare zu forstlichen Genressourcen und soll die praktische Generhaltung und ein nachhaltiges Forstmanagement in Europa unterst√ľtzen.

Mit Stand Januar 2018 sind in der Datenbank √ľber 3130 Erhaltungsbest√§nde von 103 Baumarten aus 34 L√§ndern erfasst. Deutschland ist in der Datenbank derzeit mit 130 Erhaltungsbest√§nden verteilt auf 22 Baumarten vertreten. Als NFP (national focal point) f√ľr Deutschland ist in Abstimmung mit dem Bundesministerium f√ľr Ern√§hrung und Landwirtschaft (BMEL), Referat 515 und dem Institut f√ľr Forstgenetik am Johann Heinrich von Th√ľnen-Institut (nationaler EUFORGEN-Koordinator) das Informations- und Koordinationszentrum f√ľr Biologische Vielfalt (IBV) der Bundesanstalt f√ľr Landwirtschaft und Ern√§hrung (BLE) benannt worden.

Kommission f√ľr genetische Ressourcen f√ľr Ern√§hrung und Landwirtschaft (CGRFA)
Eine zentrale Rolle im internationalen Verhandlungs- und Koordinationsprozess zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der Agrobiodiversit√§t spielt die FAO und hier insbesondere die FAO-Kommission f√ľr genetische Ressourcen f√ľr Ern√§hrung und Landwirtschaft (CGRFA). Seit 2011 unterst√ľtzt die Arbeitsgruppe zu forstgenetischen Ressourcen bei der CGRFA (Intergovernmental Technical Working Group on Forest Genetic Resources, ITWG-FGR), die internationale Zusammenarbeit f√ľr die Erhaltung und nachhaltige Nutzung von forstlichen Genressourcen. Auf Grundlage des ersten  Weltzustands-berichts zu forstgenetischen Ressourcen (2014), wurde ein Globaler Aktionsplan zur Erhaltung, nachhaltigen Nutzung und Entwicklung von forstgenetischen Ressourcen abgestimmt. Aktuell wird das erste Monitoring zur Umsetzung des Globalen Aktionsplans durchgef√ľhrt.