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Biologischer Pflanzenschutz

Was sind N√ľtzlinge?

Mit dem Begriff N√ľtzlinge werden in Landwirtschaft, Gartenbau und Forstwirtschaft vor allem solche Organismen bezeichnet, die Sch√§dlinge dezimieren, aber auch andere wertvolle, ertragssteigernde oder stabilisierende Funktionen innehaben. Sie werden heute auch in intensiven Kulturen des Pflanzenbaus als kosteneffiziente und umweltschonende L√∂sung f√ľr eine nachhaltige Produktion eingesetzt.

 
Biologischer Pflanzenschutz ist dabei Teil eines integrierten Ansatzes, bei dem das Potenzial von Mikroorganismen und Insekten zur Reduzierung von chemischem Pflanzenschutz gezielt genutzt wird. Vor allem im Unterglasanbau ist der Einsatz von vielen N√ľtzlingsarten zur Bek√§mpfung von Sch√§dlingen anerkannter Standard. Im √∂kologischen Landbau kann nicht auf chemischen Pflanzenschutz zur√ľckgegriffen werden, deshalb hat dort der gezielte Einsatz von N√ľtzlingen lange Tradition.

Reichen die nat√ľrlich vorkommenden N√ľtzlingspopulationen nicht, k√∂nnen Landwirte zur Behandlung der Kulturen zahlreiche N√ľtzlingsarten einsetzen, die im gro√üen Ma√üstab in Unternehmen vermehrt und f√ľr diesen Zweck angeboten werden.
Beispiele f√ľr gezielt im Pflanzenschutz eingesetzte Mikroorganismen und Invertebraten sind:

  • Parasiten, die sich in ihrem Wirt entwickeln und ihn meist dadurch t√∂ten, wie Schlupfwespen

  • R√§uber, die sich von lebenden Tieren ern√§hren, wie Spinnen, Raubmilben oder Florfliegenlarven

  • Pathogene oder Antagonisten erzeugen Krankheiten, die ihren Wirt meist t√∂ten, wie Bakterien, Pilze
     oder Viren

Nationaler Aktionsplan Pflanzenschutz

Um Risiken des chemischen Pflanzenschutzes f√ľr Menschen und Tiere sowie den Naturhaushalt zu verringern, hat die Bundesregierung 2013 den Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutz (NAP) initiiert. Die Arbeitsgruppe ‚ÄěPflanzenschutz und Biodiversit√§t‚Äú ist eine Expertengruppe innerhalb des NAP. Sie begleitet und bewertet den NAP im Bereich biologische Vielfalt fachlich und erarbeitet Vorschl√§ge f√ľr Handlungsfelder und Ma√ünahmen.

Demonstrationsbetriebe erm√∂glichen den Transfer wichtiger Ergebnisse der Forschung in die Praxis in Bezug auf die nachhaltige Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Die Zielerreichung des Aktionsplans wird anhand von 28 Indikatoren √ľberpr√ľft. Ergebnisse aus dem Indikatorensystem werden regelm√§√üig in einer zusammenfassenden √úbersicht als Deutscher Pflanzenschutzindex dargestellt. 

Julius K√ľhn-Institut (JKI)

Das JKI erforscht und bewertet biologische Pflanzenschutzverfahren. In unregelmäßigen Abständen publiziert es den Statusbericht Biologischer Pflanzenschutz, eine umfassende Zusammenstellung zum Stand des biologischen Pflanzenschutzes in Deutschland.

Bundesinstitut f√ľr Risikobewertung (BfR)

Das BfR wurde gegr√ľndet, um den gesundheitlichen Verbraucherschutz zu st√§rken. Es ist in seiner wissenschaftlichen Bewertung unabh√§ngig. Hauptaufgabe des BfR ist es, m√∂gliche gesundheitliche Risiken von Pflanzenschutzmitteln und anderen Stoffen zu bewerten und somit die Bundesministerien bei ihren politischen Entscheidungen wissenschaftlich zu beraten.