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Bodenorganismen

Aktivitäten der Bodenlebewesen

Der Boden ist die Basis f√ľr die land- und forstwirtschaftliche Erzeugung und gleichzeitig der Lebensraum f√ľr Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen von au√üerordentlicher Vielfalt. Die Bodenorganismen:

  • produzieren pflanzenverf√ľgbare N√§hrstoffe durch 
    Zerkleinerung, Zersetzung und Umsetzung von organischem Material
  • erzeugen und unterhalten die Bodenstruktur und bel√ľften den Boden durch die mechanische 
     Bearbeitung der oberen Bodenschicht
  • fressen mikrobische Schadorganismen und
  • bauen Schadstoffe ab

Sie tragen damit essenziell zur Bodenfruchtbarkeit und anderen √Ėkosystemleistungen bei. Sie leben auf oder nahe der Bodenoberfl√§che aber auch in der Tiefe. Nicht zuletzt durch die Aktivit√§ten der Bodenorganismen haben B√∂den eine hohe Puffer- und Speicherf√§higkeit.

Monitoring des Bodenzustands

Das Th√ľnen-Institut erfasst in der Bodenzustandserhebung Landwirtschaft die Vorr√§te an organischem Kohlenstoff in landwirtschaftlich genutzten B√∂den an 3.000 Probepunkten in Deutschland. Die Bodenzustandserhebung im Wald ist ein Gemeinschaftswerk von Bund und L√§ndern. Sie liefert Informationen zum Zustand und der Ver√§nderung von Waldb√∂den, Vegetation, Kronenzustand und der Waldern√§hrung, die an 1.900 Probepunkten erhoben werden.

Bodenorganismen als genetische Ressource erkennen, erhalten und fördern

Die Bodenlebewesen und ihre Beziehungen zueinander sind trotz ihrer hohen Relevanz zu einem großen Teil noch unerforscht. Es besteht Forschungsbedarf zum Verständnis der Verbreitung der Arten in Böden und ihrer ökosystemaren Funktionen. Die Erfassung der Bodenorganismen ist schwierig. Oftmals werden nur Gesamtstoffwechselleistungen als Summe der Einzelleistung verschiedenartiger Organismen bilanziert, wie beispielsweise bei der Stickstofffixierung. Aus Sicht einer nachhaltigen Landwirtschaft, ist es wichtig, die Zusammenhänge zwischen Leistungen von Bodenorganismen, Pflanzengesundheit und Ertrag vertieft zu erforschen.

Viele Bodenorganismen k√∂nnen heute noch nicht im Labor als Kultur erhalten werden. Die Erhaltung der Bodenorganismen muss daher vor allem √ľber die Erhaltung oder Verbesserung der vielf√§ltigen Lebensr√§ume geschehen. Boden ist ein sehr begrenztes Gut. Sein Erhalt und Schutz ist f√ľr die Landwirtschaft und damit f√ľr die Ern√§hrungssicherung der wachsenden Weltbev√∂lkerung von hoher Bedeutung.

Gefahren f√ľr den Boden

Boden ist durch zahlreiche Belastungen gefährdet:

  • Konkurrenz mit anderen Bodennutzungen: F√ľr Siedlungen und Verkehr geht der Landwirtschaft in Deutschland t√§glich fruchtbarer Boden verloren
  • Erosion durch Wind und Wasser
  • Verdichtungen durch unsachgem√§√üe Bearbeitung mit schweren Maschinen
  • Verunreinigungen mit Schadstoffen
  • Falsche Ma√ünahmen in den Bereichen D√ľngung und Pflanzenschutz
  • Versauerung
  • Klimawandel
  • Invasive Arten

Bodenverluste können durch die in Mitteleuropa sehr langsame Bodenbildung in der Regel nicht ausgeglichen werden.

Schutz des Bodens

Das Bundesbodenschutzgesetz schreibt unter anderem eine standort- und witterungsangepasste Landbewirtschaftung vor. Mit Bodenschutz- und Altlastenverordnung sollen B√∂den vor Belastungen gesch√ľtzt werden. Im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU werden Ma√ünahmen zum Schutz vor Erosion und zum Erhalt der organischen Substanz gef√∂rdert. Dabei gilt es auch, die Bodenlebewesen als wichtigen Baustein f√ľr die Bodenfruchtbarkeit zu ber√ľcksichtigen.

Die UN hatte das Jahr 2015 zum Internationalen Jahr des Bodens erklärt, um die Bedeutung des Bodens hervorzuheben. Seit 2005 wird aus diesem Grund in Deutschland der Boden des Jahres gewählt. Das Verständnis der Vorgänge im Boden muss durch Forschung weiter verbessert werden. So ist die intensive Lebensgemeinschaft zwischen Pilzen und Feinwurzeln von Pflanzen (Mykorrhiza) Gegenstand weiterer Forschung. Auch der gezielte Einsatz von Mikroorganismen zur Förderung des Pflanzenwachstums verspricht nachhaltige Möglichkeiten der Ertragsverbesserung.