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Seltene Baumarten

Seltene Baumarten in Deutschland

Als seltene Baumarten gelten solche Baumarten, welche einen Anteil von weniger als 1% an der Waldfläche Deutschlands einnehmen und in ihrem Bestand gefährdet sind. Bisher fehlten bundesweit genaue Angaben zur Lage und Populationsgröße von Vorkommen seltener Baumarten sowie über deren Vitalitätszustand, Altersstruktur und genetische Diversität. Hierzu hat die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mittels einer einheitlichen Erhebungsmethode seltene Waldbaumarten in Deutschland erfassen, phänotypisch und genotypisch charakterisieren und bewerten lassen. Diese Erfassung bildet die Grundlage für gezielte Erhaltungsmaßnahmen dieser wertvollen forstgenetischen Ressourcen.

Bei dieser Erhebung wurden die folgenden heimischen Baumarten bundesweit erfasst:
•    Eibe,
•    Elsbeere,
•    Feld-Ahorn,
•    Flaum-Eiche,
•    Gemeine Trauben-Kirsche,
•    Grün-Erle,
•    Grau-Erle,
•    Speierling,
•    Wild-Apfel
und
•    Wild-Birne.
Zuvor hatte das BMEL bereits die Bestände der Schwarz-Pappel und der drei heimischen Ulmen-Arten - Berg-Ulme, Flatter-Ulme und Feld-Ulme - mit einer ähnlichen und bundeseinheitlichen Erhebungsmethode erfassen lassen.

Die Ergebnisse sollen eine geeignete Grundlage für die Auswahl von erhaltungswürdigen und  erhaltungsfähigen Beständen, sowie für die Durchführung von Erhaltungsmaßnahmen  sein. Deswegen wurden Einzelbäume und kleinere Vorkommen mit weniger als 5 Individuen sowie Pflanzungen in Parks, Gärten und Friedhöfen nicht erfasst. Eine weitere Voraussetzung war, dass sich ein Vorkommen (mind. 5 Individuen) von der nächsten artgleichen Population durch einen Mindestabstand von 1000 m abgrenzt. Dementsprechend wurden im Rahmen der Erfassung nur solche Vorkommen berücksichtigt, die diese Kriterien erfüllen. Aus den u.a. erfassten Parametern wie Baumanzahl, Alter und Vitalität wurden wichtige Populationsparameter wie Abundanz, Altersstruktur und durchschnittliche Vitalität einer Population abgeleitet.
Detailergebnisse für die zwölf Baumarten werden bis auf Wuchsgebietsebene in den Abschlussberichten wiedergegeben.

Weitere Erkenntnisse liefert z.B. auch das Waldklimafondprojekt SILVITI zur Förderung seltener Baumarten, gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschat und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Als eines der Projektziele gilt die Förderung der teilweise sehr seltenen Laubbaumarten Elsbeere, Speierling, Mehlbeere, Feldahorn, Französischer Ahorn, Wildapfel und Wildbirne im ursprünglichen Verbreitungsgebiet unter Erhöhung der biologischen Vielfalt und der Erhaltung forstgenetischer Ressourcen.

Ebenfalls auf diese Erfassungen aufbauend ist das folgende, vom bayerischen Kuratorium für forstliche Forschung finanzierte Projekt: Erarbeitung von Herkunftsempfehlungen und Verbesserung der Erntebasis für die vier seltenen Baumarten in Bayern auf genetischer Grundlage.
Bearbeitet wird das Projekt vom Bayerischen Amt für Waldgenetik in Teisendorf und schafft Grundlagen für die Nutzung seltener Baumarten und Erhalt der Biodiversität in Bayerns Wäldern.

 

 

Seiten-Titel: Eibe

Seiten-Beschreibung:

Die Eibe (Taxus baccata L.) gilt in ihrem Bestand bundesweit als gefährdet. Diese Einschätzung beruht vor allem auf der regional beschränkten Verbreitung der Eibe und ihrem Vorkommen in geringen bis mäßigen Anteilen in Buchenwaldgesellschaften.

Seiten-Titel: Elsbeere

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Die Elsbeere (Sorbus torminalis L.) gilt in ihrem Bestand bundesweit als gefährdet. Diese Einschätzung beruht vor allem auf der regional beschränkten Verbreitung der Elsbeere und ihrem Vorkommen in geringen bis mäßigen Anteilen in Eichenwaldgesellschaften, die im Zuge der naturnahen Waldbewirtschaftung häufig von der Buche abgelöst werden.

Seiten-Titel: Feld-Ahorn

Seiten-Beschreibung:

Der Feld-Ahorn (Acer campestre L.) gilt in seinem Bestand bundesweit als gefährdet oder selten. Diese Einschätzung beruht auf der regional beschränkten Verbreitung des Feld-Ahorns und seinem Vorkommen in geringen bis mäßigen Anteilen in Eichenwaldgesell-schaften, die im Zuge der naturnahen Waldbe-wirtschaftung häufig von der Buche abgelöst werden.

Seiten-Titel: Flaum-Eiche

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Die Flaum-Eiche (Quercus pubescens Willd.) ist eine in Deutschland seltene Baumart, die sich hier an der nördlichsten Grenze ihres natürlichen, zusammenhängenden Verbreitungsgebietes befindet. Sie ist in ihrem Bestand gefährdet durch die Überwachsung durch Buche und/oder gebietsfremde Arten.

Seiten-Titel: Gemeine Traubenkirsche

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Die Gemeine Trauben-Kirsche (Prunus padus L.) gilt in ihrem Bestand in Deutschland als nicht gefährdet. Die Baumart ist aufgrund ihres natürlichen Verbreitungsgebietes im manchen Teilen Deutschlands aber seltener als in anderen Teilen.

Seiten-Titel: Grau-Erle

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Die Grau-Erle (Alnus incana (L.) Moench) gilt in ihrem Bestand in Deutschland als nicht gefährdet. Durch die fehlende Flussdynamik in den Auwäldern verändern sich aber die bestehenden Wälder immer mehr und entwickeln sich zu Hartholzauen. Daher hat die Grau-Erle dort weniger Chancen sich natürlich zu erhalten.

Seiten-Titel: Grün-Erle

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Die Grün-Erle (Alnus viridis (Chaix) D.C.) gilt in ihrem Bestand in Deutschland als nicht gefährdet.

Seiten-Titel: Schwarz-Pappel

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Die Europäische Schwarz-Pappel (Populus nigra L.) gilt in ihrem Bestand bundesweit als gefährdet. Diese Einschätzung beruht auf der Kenntnis des großflächigen Habitatverlustes von Weichholzauen und der Hybridisierungsgefahr mit fremdländischen Pappelarten sowie der Beobachtung von Absterbeerscheinungen an einzelnen gut untersuchten Vorkommen.

Seiten-Titel: Speierling

Seiten-Beschreibung:

Der Speierling (Sorbus domestica L.) gilt in seinem Bestand bundesweit als gefährdet. Diese Einschätzung beruht auf der regional beschränkten Verbreitung des Speierlings und seinem Vorkommen in geringen bis mäßigen Anteilen in Eichenwaldgesellschaften, die im Zuge der naturnahen Waldbewirtschaftung häufig von der Buche abgelöst werden.

Seiten-Titel: Ulmen-Arten

Seiten-Beschreibung:

Die drei heimischen Ulmenarten - Flatter-Ulme (Ulmus laevis Pall.), Berg-Ulme (Ulmus glabra Huds.) und Feld-Ulme (Ulmus minor Mill.) - sind in ihrem Bestand bundesweit gefährdet. Diese Einschätzung beruht vorrangig auf den Auswirkungen des Ulmensterbens  sowie auf dem großflächigen Habitatverlust im Bereich der Hartholzauen und Feuchtgebiete.

Seiten-Titel: Wild-Apfel

Seiten-Beschreibung:

Der Wild-Apfel (Malus sylvestris (L.) Mill.) ist bundesweit eine gefährdete Baumart. Die Gründe für seine Seltenheit und Gefährdung liegen in seiner Konkurrenz-schwäche gegenüber forstlichen Wirtschaftsbaumarten, durch die er – auch wegen mangelnder waldbaulicher Förderung – aus genutzten Wäldern auf Randlagen und Extremstandorte verdrängt wird.

Seiten-Titel: Wild-Birne

Seiten-Beschreibung:

Die Wild-Birne (Pyrus pyraster (L.) Burgsd.) ist in ihrem Bestand bundesweit gefährdet. Die Gründe für die Seltenheit und Gefährdung liegen in ihrer Konkurrenz-schwäche gegenüber forstlichen Wirtschaftsbaumarten, durch die sie – auch wegen mangelnder waldbaulicher Förderung - aus genutzten Wäldern auf Randlagen und Extremstandorte verdrängt wird.